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Roll Inclusive nun vorbestellbar

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Am Wochenende fand die 30ste FeenCon in Bad Godesberg statt und wieder einmal haben sich die Herausgeber des Werkes Roll Inclusive: Diversity und Repräsentation zu einem Workshop bereit erklärt. Neben der allgemeinen Vorstellung des Werkes, dem Aufbau und der Entstehungsgeschichte seit 2017 gab es auch direkt eine gute Neuigkeit dazu.

Der Essayband kann ab sofort vorbestellt werden und wie man sich gut vorstellen kann, würden sich die Verlage darüber freuen, wenn man direkt bei Feder & Schwert oder im Uhrwerk-Shop bestellt. Eine Auslieferung wird dann etwa ab September 2019 erfolgen.

Jedoch sagt die News auf Feder & Schwert auch ganz klar, dass die Option der Vorbestellung keine Garantie des Drucks sein wird. Allerdings ist die Vorbestellaktion von Seiten des Insolvenzberaters geklärt und falls der Band doch nicht in den Druck gehen sollte, bekommen alle Vorbesteller*innen ihr Geld zurück.

Vorbestellung trotz erfolgreichem Crowdfunding?

“Moment. Warum das?”, mag sich mancher jetzt fragen. “Roll Inclusive ist doch erfolgreich durch ein Crowdfunding finanziert worden!”

Korrekt, das ist es. Hier bietet es sich an, ein weit verbreitetes Missverständnis zu korrigieren, das nur allzu nachvollziehbar ist.

Jeder Verlag, der ein Produkt realisieren will, muss komplex kalkulieren. Wie viele Bücher gehen an Vorbesteller*innen? Wie viele in den Einzelhandel? Welche Verkäufe erwarte ich über meinen eigenen Shop? Was geht an Amazon? Und so weiter…

Je höher die Druckauflage ist, desto geringer werden die Produktionskosten. Außerdem ist eine bestimmte Mindestauflage nötig, um die Erstellungskosten überhaupt rechtfertigen zu können.

Wenn ein Verlag nun ein Crowdfunding durchführt, dann bedeutet ein erfolgreiches Crowdfunding oft noch keinen Erfolg für den Verlag. Es bedeutet lediglich, dass die mindestens nötigen Gelder reinkommen, um das Risiko zu rechtfertigen. Der Verlag selbst verdient oft an dieser Stelle nur wenig bis gar nichts an dem Produkt. Er deckt seine Kosten und pokert darauf, dass die Sekundärverkäufe, also die Verkäufe jenseits des Crowdfundings, das Produkt am Ende profitabel machen. Üblicherweise ist das auch kein Problem. Es sei denn…

Wenn ein Verlag nun aber insolvent ist, versagt dieser Mechanismus. Der Verlag darf dann keine eigenen Entscheidungen mehr treffen, denn er hat nun einen Insolvenzverwalter. Diese Insolvenzverwaltung ist es dann, die Risikoabwägungen machen muss und sie könnte durchaus entscheiden, dass dieses Risiko zu groß ist. Zumal der Verlag ja auch dafür in Vorleistung gehen muss, wenn ein Crowdfunding nicht tatsächlich 100% der Produktionskosten abdecken konnte. Da kommt einiges zusammen. Autorengehälter, Lektorat, Layout, Druck- und Transportkosten… Und zuletzt auch noch die Werbung. Schließlich kann man nicht einfach am Ende die Werbekosten streichen, denn dann sitzt man vielleicht auf einem Produkt und niemand kauft es, weil niemand davon weiß, außer denen, die es bereits durch das Crowdfunding gekauft haben.

Daher ist es eben auch keine Überraschung, dass nach wie vor nicht klar gesagt werden kann, ob Roll Inclusive Wirklichkeit wird. Trotz erfolgreichen Crowdfundings. Wenn du Roll Inclusive also realisiert sehen möchtest und nicht bereits zu den wartenden Crowdfundern gehörst, bestelle es lieber vor, weil es ohne Vorbesteller*innen vielleicht nie in den Handel kommt. Das ist schade, aber leider Teil der ganzen Misere, die eine Insolvenz mit sich bringt

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