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Yora Adventures – Pen & Paper Rollenspiel 2.0

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Update 11.09.2019:

Klarstellung aufgrund eingegangener Rückmeldungen: Yora Adventures legt in der Beta-Version bereits den Grundstein für eine Abenteuerkampagne in der Spielwelt Septuria. Ein erstes Abenteuer wird kostenlos mitgeliefert. Teil 2 der Kampagne ist hingegen kostenpflichtig und derzeit zum Preis von 5,49 € erhältlich. Eventuell folgende Teile oder andere Produkte werden vermutlich ebenfalls Geld kosten.

Die App Yora Adventures an sich, mit dem Spielsystem inkl. Charaktergenerator und Funktion für Würfelproben ist allerdings kostenlos, wie in unserem Artikel angegeben.

Ursprünglicher Artikel:

Yora Adventures ist eine neue, in der Basisversion kostenlose, App für Android und iOS, die Spielleiter und Spieler per WLAN oder Internet miteinander verbindet. Die App bietet als klassisches SL-Tool einerseits dem Spielleiter einen Überblick über die Handlung des Abenteuers und die Charaktere und NSC. Andererseits gibt sie auch den Spielern die Möglichkeit zum Würfeln und zur Charakterverwaltung. Zum Start liefert sie bereits den ersten Teil eines Abenteuers mit. Hier findet ihr einen ersten Eindruck der App.

Pen & Paper Rollenspiel heute

Puristen mögen sich jetzt verzweifelt die Haare raufen. Smartphones am Spieltisch – diese modernen Schweizer Taschenmesser gehen doch so manchem Spielleiter und Spieler gehörig auf die Nerven. Sie können vom Spiel ablenken, sie können die Atmosphäre zerstören. Das sind natürlich Punkte, über die man zu recht diskutieren kann.

Aber dieses fantastische Hobby des Pen & Paper Rollenspiels hat ein gewisses Nachwuchsproblem. Zwar sieht man auf Conventions auch Kinder und Jugendliche, aber mal Hand aufs Herz: Die meisten jungen Menschen haben heute doch wenig Lust darauf, sich durch endlose Regelwerke zu lesen. Da mag etwa das neue Pathfinder 2 mit über 600 Seiten schon ziemlich abschreckend wirken. Und das ist nur das Grundregelwerk!

Mobile Spiele und zugängliche Spielsysteme sind aber immer beliebt. So erklärt sich ja auch der immense Erfolg von Spielen wie Diablo 3, die so manchem Hardcore-Rollenspieler schon ein genervtes Seufzen entlocken. Stellen wir uns der einfachen, manchmal auch bedauerlichen Realität: Rollenspiele sind 2019 in einer schwierigen Situation. Am einfachsten lockt man neue Spieler, indem man ihnen etwas vorsetzt, das sie leicht verstehen, das schon auf den ersten Blick Spaß macht, und das durch eine gewisse Optik auch seine Reize hat.

Yora Adventures – die App

Yora Adventures, eine noch neue App eines deutschen Entwicklerstudios, schlägt nun genau in diese Kerbe: Das ist Rollenspiel 2.0, der Albtraum der Hardcore-Puristen, aber eine Sache mit sehr viel Potenzial. Mich hat der kurze Vorstellungsfilm auf YouTube schon etwas geflasht. Ja, es ist irgendwie „klickibunti“. Ja, es hat optisch etwas Kindliches. Aber für mich hat es einen gewissen Reiz. Ich habe es mir angeschaut und dachte direkt „Oh, in entsprechender Lizenz-Optik wäre das mit Sicherheit eine ziemlich coole Erweiterung für actionlastige Systeme wie HeXXen 1733!“

Die App ist im Grunde ein klassisches SL-Tool. Sie ermöglicht dem Spielleiter die Verwaltung von Spielern und Notizen (oder ganzen Abenteuern) direkt nebeneinander. Da kann man große Textwüsten genau wie kleine Anmerkungen wiederfinden. Gleichzeitig ist es auch das Tool für die Spieler, in dem sie ihre Helden erstellen und würfeln können. Und Yora Adventures läuft über eine erstaunlich stabile Vernetzung im heimischen WLAN. In meinen Testsessions, die ich alleine mit zwei unterschiedlichen Geräten und Accounts gemacht habe, hatte ich weder mit Abstürzen noch mit Disconnects zu kämpfen. Hier ist sogar Crossplay zwischen Android und iOS möglich.

Stärken und Erwartungen

Die Optik von Yora Adventures ist aktuell ziemlich auf ein junges Publikum getrimmt. Ein echtes Träumchen wäre hier eine Schnittstelle zu PC/Macintosh, die die Einbindung von Grafiken, eigenen Rulesets, offiziellen Rulesets kommerzieller Pen & Paper Rollenspiele oder optischer und regeltechnischer Total Conversions ermöglicht. Hier wäre es vielleicht für die Entwickler und die Verlage interessant, miteinander zu arbeiten. Ich kann mir vorstellen, dass gerade der Uhrwerk Verlag die Lizenzgebühren für Splittermond, Mutant: Jahr Null, Coriolis oder Die Verbotenen Lande gerade ziemlich gut gebrauchen könnte.

Davon könnten beide Seiten profitieren. Einmal die Verlage (auch Ulisses hat hier, wie schon mit HeXXen 1733 erwähnt, ziemliches Potenzial) mit dem Erwerb neuen Zielpublikums. Andererseits auch die Entwickler, die das eigentlich kostenlose Grundprodukt durch kostenpflichtige Lizenz-Addons aufwerten könnten. Bei guter Umsetzung und willigen Mitspielern würde ich z. B. für eine erwachsenere Total Conversion HeXXen 1733 auf jeden Fall Geld bezahlen!

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