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Das Phänomen Katzen im Rollenspiel

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Lesezeit: 4 Minuten

Bereits seit geraumer Zeit lässt sich das Phänomen beobachten, dass Katzen immer häufiger in Rollenspielen vorkommen oder diese sogar nach ihnen benannt sind. Schon im alten Ägypten wurden Katzen als Götter verehrt und seither ranken sich Aberglaube und Mythen um die Samtpfoten. Mal heißt es, sie seien Glücksbringer, dann wiederum sind sie für Pech verantwortlich. Was treiben sie jetzt im Rollenspiel?

Katzen und Aberglaube

Schon immer sagte man den vierbeinigen Schleichtieren einiges an Kräften nach. Während dreifarbige Katzen Glück ins Haus bringen, bringt eine schwarze Katze Unglück, in Anlehnung als Hexengehilfe. Kreuzt eine schwarze Katze den Weg eines Menschen von rechts nach links, so bringt dies ebenfalls Unglück. Andererseits sagt man schwarzen Katzen auch nach, dass sie als Orakel fungieren oder das Wetter vorhersagen können.

Weiße Katzen sind wie die Farbe, die sie tragen, ein Bote für Reinheit. Gleichzeitig löste Albinismus bei Katzen z. B. im alten Rom nahezu Hysterien aus, denn man ging davon aus, dass diese Tiere die neue Gestalt verstorbener, Buße leistender Menschen wären. Auch rote Katzen haben je nach Region eine besondere Bedeutung. Wenn man ihnen in freier Wildbahn begegnet, so sollte man sich vor Blitzschlägen in Acht nehmen. Die rote Katze im Haus hingegen schützt vor einem Feuer.

Aber nicht nur die Farbe der Tiere ist ausschlaggebend. Ganz allgemein haben sie in den verschiedenen Ländern der Welt verschiedene Aufgaben. In Ägypten z. B. sind Katzen die Wandler zwischen den Welten, die ins Totenreich gelangen können. Japaner glauben teilweise bis heute, dass ein Dämon in allen Katzenschwänzen haust, weshalb dort schwanzlose Katzen gezüchtet werden. In Australien hingegen kann man in gefleckten Katzen das Abbild jüngst Verstorbener entdecken.

Katzen im Rollenspiel

Bei so viel Mythos, Legende und Geschichte rund um die kleinen und manchmal auch großen Fellnasen, ist es kaum verwunderlich das sie Einzug ins Rollenspiel erhalten haben. Einige durchaus bekanntere Spiele gibt es ja bereits.

Katzen und Cthulhu

Beginnen wir mal mit Katzulhu. Findet ihr Katzen nicht auch manchmal unheimlich, wenn sie aufmerksam irgendwelche Dinge betrachten, die wir selbst nicht sehen können? Interessiert es euch was sie nachts treiben, wenn sie durch die Straßen der Nachbarschaft streifen? Können sie die Dämonen aus den anderen Welten sehen? H. P. Lovecraft war nachweislich ein Katzenfreund, und seine in den Traumlanden spielende Erzählung „Die Katzen von Ulthar“ ist ein gutes Beispiel dafür. Die Regeln für Katzulhu ermöglichen es den Spielern eine Katze als Investigator in der Welt von Call of Cthulhu zu spielen (ähnlich zu dem KatzenkrimiFelidae).

Auch Cats of Catthulhu geht mit einem sehr pflegeleichten (katzenfreundlichen) Spielsystem ähnliche Wege: Hier erlebt ihr die Geheimnisse des Cthulhu-Mythos aus der Katzenperspektive.

Katzengeheimnisse

Auch in Die geheime Welt der Katzen von Fate geht ihr in Katzengestalt Geheimnissen nach, die euren menschlichen Mitbewohnern meistens verborgen bleiben. Ursprünglich bei Evil Hat Productions als Abenteuerwelt für Fate Core erdacht, mauserte es sich zu einem eigenständigen Spiel. Nachdem durch ein darauffolgendes Crowdfunding noch zwei weitere Werke hinzu kamen, nämlich The Secrets of Cats: Feline Magic und The Secrets of Cats: Animals & Threats, beschloss der Uhrwerk Verlag das Zusatzmaterial gleich mit in die deutsche Ausgabe zu übernehmen.

Die Schwarze Katze ist ein neues Regelsystem, das die Welt von Aventurien für Fans des Gestiefelten Katers spielbar macht. Die Regeln für Die Schwarze Katze sind deutlich erzählerischer und vor allen Dingen viel flauschiger als die Regeln für Das Schwarze Auge. Natürlich erinnern dabei einige Elemente an das neue DSA5, jedoch ist das System komplett eigenständig und nicht miteinander kompatibel. Wichtig ist, dass DSK keine Erweiterung zu DSA ist, sondern ein eigenständiges Spiel mit demselben Hintergrund.

Katzen bei Kickstarter

Die oben genannten Werke sind dabei nur ein Auszug aus den möglichen Systemen, in denen sich Katzen spielen lassen und nun kommt ein weiteres hinzu. Seit Anfang April 2019 ist das Tabletop Spiel Animal Adventures: Tales of Cats and Catacombs auf Kickstarter zu finden und es hat schon fast das Zehnfache des erforderlichen Finanzierungsziels erreicht.

Es ist nach Dungeons & Doggies das zweite Werk von Russ Charles und scheint genau so erfolgreich zu werden. Auf jeden Fall gibt es für Cats and Catacombs eine Reihe von sehr detaillierten Miniaturen, in der sicherlich jeder seine Lieblingskatze wiederfinden wird. Neben diesen sehr detailgetreuen Ready-to-Play-Figuren gibt es selbstverständlich umfassende Regelwerke um in der Welt von Animal Adventures zu spielen.

Interessant ist, dass diese Kickstarter-Kampagne keine Stretch Goals nennt, jedoch trotzdem ein paar zusätzliche Regelwerke im Angebot hat. Neben dem umfassenden Angebot an Miniaturen gibt es einen vollständigen Satz von digitalen Regeln und das einzigartige Abenteuer, „Lair of the Necromancer“, das für eine große One-Shot-Erfahrung den perfekten Hintergrund bieten soll.

Ein anderes Werk, das im vorletzten Jahr durch ein Crowdfunding unterstützt wurde, war The Good Life von Swery65. Natürlich weiß man mittlerweile, dass hinter diesem Pesudonym der japanische Game Designer Hidetaka Suehiro steckt, der das PC-Spiel entworfen hat, in dem sich Menschen nachts in Katzen verwandeln. Darin geht es darum, herauszufinden, warum das so ist und auch, wie man seine eigene Verwandlung wieder rückgängig machen kann.

Die Erfolgsgeschichte der Katze

Es fällt schwer zu erklären, warum Katzen in den letzten Jahren so ein Phänomen in dem Bereich Rollenspiel geworden sind. Abstreitbar hingegen ist es nicht. Obwohl wir heute wissen, dass Katzen kein Unheil bringen, keine Wettermacher sind und selbst dreifarbige Schildpattkatzen keine Glücksbringer sind, so faszinieren sie den Menschen offenbar immer noch.

Oder ist da doch mehr? Wir werden es vielleicht nicht herausfinden, aber ob uns die Spiele gefallen oder nicht, das können wir feststellen. Und selbst wenn noch immer ein gewisser Zweifel bleibt, so bleiben uns die Worte des chinesischen Philosophen und Katzenfreundes Konfuzius (551-479 v. Chr.): „Ob es Unglück bringt, wenn dir eine schwarze Katze über den Weg läuft, hängt allein davon ab, ob du ein Mensch bist, oder eine Maus.”

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Vito B.
Gast
Vito B.

Ich weiss ich mache mich unbeliebt bei vielen aber ich mag einfach keine Katzen, weder im RL noch im Rollenspiel.

Raul Ehrwald
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Das sollte jeder frei sagen dürfen 😀

In einer meiner Runden gibt es z. B. auch Katzenhaarallergie. Dann sind alle Spielorte mit Katzen (zu meinem Glück) eh raus. Manchmal gibt es auch Katzen, die einem ständig auf den Geist gehen. Die muss dann auch rausfliegen oder der Spielort wird auf kurz oder lang gewechselt. Genauso wenn die Frauchen und Herrchen der Meinung sind das Katzenklo nicht sauber zu machen und das kurz neben dem Spieltisch steht. Auch raus! Es gibt in der Regel genug Gründe Katzen im RL fernzuhalten. Hab zwar grundsätzlich kein Problem, wenn irgendwo ne liebe Katze in der Ecke sitzt oder auch mal durch die Runde streift, aber sobald einer der obigen Punkte zutrifft, mag ich auch keine Katzen 😛 Und fast immer trifft einer der obigen Punkte zu.

Im RP ist es mir dann aber wieder egal. Ich werde mich nicht drum reißen eine Katze zu spielen, aber wenn die Runde z. B. mal DSK spielen möchte, dann mach ich halt mit. Könnte jetzt nur nicht versprechen, ob es die garstige Klischeekatze wird 😀

Vito B.
Gast
Vito B.

Also für mich kommt eine Katze als Char im Rollenspiel nicht in Frage, das geht bei mir einfach nicht.

Chank
Mitglied
Chank

Für mich kommt das Spielen eines “Tieres” schon in Frage, grade bei bestimmten Tieren hat jeder sicher direkt ein eigenes Gespür oder eine Vorstellung wie man/das wäre,….ABER bei Katzen tu ich mich auch schwer. Ständiges hochnäsiges selbst ablecken und altkluge Sprüche kloppen,…mehr fällt mir da zum Darstellen zwar schon ein,…aber Zitat: “Ich möchte das nicht.”

Luke Finewalker
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Ich mache auch immer noch einen Unterschied, wie man das Tier genau spielt.

Katzen, die sich mehr oder weniger benehmen, wie Katzen (Die Geheime Welt der Katzen, Call of Catthulhu usw.) machen mir großen Spaß. Katzen, die sich benehmen wie Menschen (Cats & Catacombs, Monarchies of Mau, Die Schwarze Katze) sind hingegen überhaupt nix für mich.

Oli
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You are not alone.

Qufur am Heru
Gast
Qufur am Heru

Der Artikel hat sicherlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich verweise einfach nochmal zusätzlich auf das (soweit ich weiß nicht auf Deutsch erhältliche) Monarchies of Mau von Pugsteady, veröffentlich über ein Onyx Path Kickstarter:
https://www.realmsofpugmire.com/monarchies-of-mau

Luke Finewalker
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Danke für den Hinweis. 🙂
Natürlich erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit – der Fantasie sind schließlich auch keine Grenzen gesetzt.