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Christopher Tolkien, Sohn von J.R.R. Tolkien, ist verstorben

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Wie in der letzten Woche überall in den Medien berichtet wurde, ist Christopher John Reuel Tolkien, der jüngste Sohn des Autors von Herr der Ringe, verstorben. Bis zuletzt verwaltete er das Erbe und den literarischen Nachlass seines Vaters und hat den Fans damit noch einige tiefe Einblicke in die Welt von Mittelerde ermöglicht.

Tolkien und Mittelerde

Ich denke kaum, das hier noch jemandem erklärt werden muss, wer John Ronald Reuel Tolkien (1892–1972) war und was es mit seinen Werken um Mittelerde auf sich hat. Dennoch will ich eine kurze Zusammenfassung seines Lebenswerkes geben. Denn was viele nicht wissen, ist, dass seine Werke über Mittelerde längst nicht alles sind.

Als Autor war Tolkien sehr produktiv und das in verschiedenster Hinsicht. Über 50 mehr oder weniger fertiggestellte Bücher, Geschichten, Aufsätze und Gedichte sind mittlerweile veröffentlicht worden und noch immer gibt es unveröffentlichte Werke in seinem Nachlass. Seine Themen lassen sich in Erzählungen und Gedichte aus seiner fantastischen Welt Mittelerde, seine kleineren Werke (die nicht in Mittelerde spielen) und Publikationen des Wissenschaftlers und Oxfordprofessors Tolkien unterteilen.

Neben dem Silmarillion, dem Hobbit und dem Herrn der Ringe gibt es noch einige weitere Werke, die auf Mittelerde spielen. Darunter sind Die Abenteuer des Tom Bombardil, Geschichten aus dem roten Buch, Nachrichten aus Mittelerde mit den Unfinished Tales, Bilbos Abschiedslied, Die Kinder Hurins und einige mehr.

Seine kleineren Werke, in sich abgeschlossene Bücher die nicht auf Mittelerde spielen, sind hingegen weniger bekannt. Roverandom, Bauer Giles von Ham und Blatt vom Tüftler z. B. sind nur ein kleiner Auszug. Aber wer sich dafür interessiert, kann sich ja mal auf der Seite der Tolkien-Gesellschaft umsehen. Hier werden euch weitere Titel und auch die Inhalte der Mittelerde fernen Geschichten kurz vorgestellt.

Als Professor für englische Sprache und Literatur beschäftigte sich Tolkien auch rein wissenschaftlich mit mittelalterlichen Texten. Um diese kreisen viele seiner Publikationen, die auch 40 Jahre nach seinem Tod noch durchaus von Bedeutung sind.

Christopher Tolkien

Wie eingangs erwähnt, verstarb der jüngste Sohn Tolkiens am 15. Januar 2020, nachdem seine älteren Brüder, John Francis Reuel und Michael Hilary Reuel bereits vor Jahren verstorben waren. Alle Kinder wuchsen mit den Geschichten rund um Mittelerde auf, aber nur Christopher John Reuel arbeitete seinem Vater bereits zu Lebzeiten bei dessen Klassiker Der Herr der Ringe zu. Er war Mediävist und Dozent an der Universität Oxford für ältere englische und skandinavische Sprachen und Literatur.

So befremdlich es klingen mag, ich wuchs auf in der Welt, die mein Vater geschaffen hat. Die Städte des Silmarillion sind für mich wirklicher als Babylon.

Christopher Tolkien

Nach dem Tod seines Vaters widmete er sich der Herausgabe der bis dahin unveröffentlichten Werke. Mit dem Silmarillion (1977) etwa ermöglichte er den Lesern einen Blick auf das Erste Zeitalter von Mittelerde. Auch zeichnete er das Original der Landkarte für Mittelerde.
Auf Deutsch erschienen zuletzt die von ihm herausgegeben Bücher Der Fall von Gondolin (2018) und Beren und Lúthien (2017), eine Liebesgeschichte aus Mittelerde. Diese hatte für seinen Vater eine sehr persönliche Bedeutung. Er schrieb sie während des Ersten Weltkriegs und auf dem Grabstein, den er und seine Frau Edith in Oxford teilen, sind die beiden Namen eingraviert.

Christopher Tolkien hinterlässt seine Frau Baillie und die Kinder Simon, Rachel und Adam sowie seine Schwester Priscilla (90). Sie ist das letzte noch lebende Kind des „Herr der Ringe“-Autors.

Nachlass und Erbe

Der Nachlass J.R.R. Tolkiens, der noch immer unveröffentlichte Werke umfasst, wird nun von der Tolkien-Gesellschaft verwaltet, nicht mehr durch einzelne Mitglieder seiner Familie. Vielleicht wird es noch weitere Erzählungen von ihm geben, die auch für die Welt der Rollenspieler interessant sein könnten. Immerhin sind mit The One Ring oder Adventures in Middleearth auch Settings rund um die von Tolkien erdachte Fantasywelt entstanden. Auch wenn sich Cubicle 7 vor Kurzem von den Lizenzen der beiden Rollenspiele trennen musste, wird es sicherlich auch in Zukunft wieder Neuigkeiten zu neuen Rollenspielinhalten auf Mittelerde geben – wir halten Euch auf dem laufenden.

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