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Kurai Jikan Eidolon – Abenteuer im Spielbuchformat

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Auf Kickstarter kannst du derzeit ein ganz besonderes Projekt finden. Ludus Leonis möchte dich für kleines Geld wieder ein Stück weit zu den Wurzeln des Pen & Paper Rollenspiels führen. Mit dem Kickstarter zum Projekt Kurai Jikan Eidolon hat er vor, ein komplexes Abenteuerspielbuch zu finanzieren. Was heutzutage meist nur noch kleinformatig zur Vorstellung von Systemen oder zur Einführung der Regeln verwendet wird, war in den 80er- und 90er-Jahren noch ein beliebtes, vollwertiges Spielformat.

Wie genau das Soloabenteuer mit dem vormittelalterlichen, japanischen Szenario Kurai Jikan für das preisgekrönte Pen & Paper Rollenspiel Nip’Ajin zusammen hängt, welche Besonderheiten es außerdem aufweist und warum du Ludus Leonis kennen solltest, kannst du weiter unten lesen.

Spielbare Vorgeschichte zum Nip’Ajin-Szenario Kurai Jikan

Was ist Nip’Ajin?

Da du Nip’Ajin eventuell noch nicht kennst, erstmal vorab eins nach dem anderen. Nip’Ajin, kurz für Niemand ist perfekt, aber jeder irgendwie nützlich, ist ein superschlankes Pen & Paper Regelwerk. Das System benötigt lediglich vier Seiten Regeln und hat den Anspruch eine Vielzahl von Welten abzubilden. Im Interview mit dem 3W6-Podcast stellt Ludus Leonis aka Markus Leupold-Löwenthal das System mit seinen Komfortzonen nochmal etwas genauer vor.

Auffallend anders ist vor allem die Art, Proben zu bestreiten. Hierbei hast du fünf Würfel zur Verfügung, je einen vierseitigen bis zwölfseitigen. Möchtest du, dass dein Charakter in der nächsten Situation glänzt, nimm den zwölfseitigen Würfel. Ist dir der Erfolg nicht so wichtig, nimm den vierseitigen. Nach dem Wurf ist der Würfel „verbraucht“ und erst wieder nutzbar, wenn alle Würfel einmal verwendet wurden. So soll mit wenig Aufwand und ohne Werte gewährleistet sein, dass jeder mal glänzt und jeder mal involviert ist.

Nip’Ajin kann kostenlos heruntergeladen werden. Auf der Seite finden sich auch Szenarien und weiteres Zusatzmaterial.

Was ist Kurai Jikan?

Aufgrund des Anklangs in der Community hat Ludus Leonis angefangen, ebenso schlanke Szenarien für sein System zu schreiben. So entstanden unter anderen die mit dem deutschen Rollenspielpreis ausgezeichneten Nip’Ajin Shots Vol. 2 oder eben das Setting zu Kurai Jikan. Erstere sind zweiseitige Szenarien, die im Rahmen des Gratisrollenspieltags herausgebracht wurden.

Zweiteres ist etwas umfangreicher und spielt in einem mystischen, vormittelalterlichen Japan. Das Böse ist über das Inselreich Hinokuni gekommen und hat fast alles in düstere Schatten gehüllt. Einzig die Lichtbringer der Sonnengöttin sind dafür gewappnet und können in die Schatten vordringen. Als eben jene, auch Bewahrer der Tränen genannt, können die Spieler durch die Nebel streifen und den abgeschiedenen Dörfern gegen die Dunkelheit helfen.

Das Spielbuch Kurai Jikan Eidolon bietet dir nun die Möglichkeit die Geschichte bis zum Eintreten der Dunkelheit zu bespielen. Dabei schlüpfst du in die Rolle von Yuki, einer genderneutralen Person, die von der Sonnengöttin auserwählt wurde, gegen die bald aufkommenden Schatten vorzugehen. Welchen Geschlechts Yuki am Ende ist und wie die Figur sich entwickelt, entscheidest du also selbst. Hierzu gibt Ludus Leonis ebenfalls im oben verlinkten 3W6-Podcast mehr Einblicke.

Kurai Jikan Eidolon – Abenteuerspielbuch oder Soloabenteuer?

Grundsätzlich meint Ludus Leonis mit Abenteuerspielbuch und Soloabenteuer dasselbe. Warum er die dennoch primär ersteren Begriff verwendet hat seine Gründe. Und zwar hängen diese stark damit zusammen, was an diesem Buch besonders werden soll.

Wie eingangs beschrieben waren Soloabenteuer in den 80er- und 90er-Jahren sehr beliebt, gerade auch, wenn wir keine Runde gefunden hatten. Mittlerweile fristet dieses Format jedoch meist nur ein Dasein als kurze Systemeinführung. Gerade hier möchte der Autor ansetzen und wieder ein umfangreiches Soloabenteuer schaffen, eben ein Abenteuerspielbuch.

Ein weiterer Grund für den Begriff ist die geplante Komplexität. So plant Ludus Leonis die Handlung komplexer zu gestalten. Das unbefriedigende Ergebnis, immer beim selben oder den selben zwei Enden zu landen, möchte er dir ersparen. Das Buch soll so gestaltet werden, dass du es mehrmals spielen könntest und immer noch etwas Neues erlebst. Dabei hilft zudem ein Count, der je nach Entscheidung hoch zählt und später unterschiedliche Wirkungen erzeugt.

Das Crowdfunding

Aktuell läuft das Projekt Kurai Jikan Eidolon als Kickstarter-Kampagne. Das Ziel von 6.000 € ist aktuell zu knapp 25 % finanziert, allerdings hat das Spielbuch auch noch gute drei Wochen Zeit, um weitere Interessenten für das spannende Setting zu begeistern. Mit an dem Werk beteiligt ist Künstlerin und Illustratorin Bettina Ott, die schon häufiger mit Ludus Leonis zusammengearbeitet hat. Ihre Werke lassen sich hier einsehen.

Das fertige Buch zu Kurai Jikan Eidolon ist ab 8 € als E-Book erhältlich, in der Ausgabe als Softcover mit 256 Seiten kostet es 15 € zuzüglich Versandkosten. Vorsichtig hatte Markus im Interview mit 3W6 angedeutet, dass es in weiter Ferne auch noch weiteres Material für einen eventuellen zweiten Band geben könnte. Ob dieser ein Stretch Goal wird oder in einem separaten Projekt realisiert werden kann, wird sich noch zeigen. Wenn du also Interesse an Kurai Jikan und anderen Projekten von Ludus Leonis hast, wäre das eine gute Gelegenheit, die Kampagne auf Kickstarter zu unterstützen.

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Quelle Das Kickstarter-Projekt Interview bei 3W6
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Oli
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Für die, die sich einer Sammelbestellung mangels Kreditkarte anschließen wollen, da gibt es auch etwas: https://twitter.com/w6vsw12/status/1143019315601575937

Pascal Holz
Gast
Pascal Holz

Soviel ich weiß, bestehen drei Viertel des Programms aus dem Mantikor-Verlag aus solchen Spielbüchern. Wozu da ein Kickstarter?

Oli
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Warum macht Verlag X ein CF, wenn Verlag Y eh schon eins macht, ist das die Frage? Worauf genau willst du hinaus?

Luke Finewalker
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Ludus Leonis ist ja ein eigener Verlag, der nichts mit Mantikore zu tun hat. Natürlich könnte man mit so einem Projekt an einen anderen Verlag herantreten. Das muss auch nicht Mantikore sein, da gäbe es sicher noch andere Interessenten. Aber wenn man als sehr kleiner Eigenverlag ohne viel Kapital so ein Projekt umsetzen will, bietet sich ein CF vielleicht an. Die Frage “wozu ein Kickstarter” passt meiner Meinung nach besser in andere Kontexte.