PnPnews.de
Neuigkeiten aus der Welt der Pen & Paper Rollenspiele

Last Epoch – Einblick in die Beta-Version

5
Lesezeit: 4 Minuten

Last Epoch ist ein Hack’n’Slay-Spiel, heute auch oft Action-RPG genannt, das vor einigen Tagen von der Alpha-Version in die Open Beta gegangen ist.

Worum geht es in Last Epoch?

Die Welt steht am Abgrund, denn die Leere breitet sich aus. Die Menschen haben sich also in den Untergrund zurückgezogen und warten auf den Retter. So weit, so gewöhnlich. Ziemlich ungewöhnlich ist allerdings, was aus diesem schnöden Storykonstrukt gemacht wurde. In Last Epoch fängt man quasi mit der Invasion der Dunkelheit an. Mit jedem Akt den man spielt, reist man eine Epoche zurück und ergründet, was der Auslöser für die Katastrophe war. Diesen Auslöser bekämpft man dann nach und nach.

So spielt man die immer selben Gebiete immer wieder auf völlig andere Art und Weise. Mal befindet sich die Region, in der man gerade ist, in Schutt und Asche – eine Epoche zurück blüht hier allerdings noch das volle Leben. Diese Idee ist sehr gut umgesetzt und macht auch viel Spaß. Man hat zu keinem Punkt der bisher spielbaren Story das Gefühl, einen Ort mehrfach besucht zu haben, obwohl man genau das tut.

Last Epoch Beta Trailer

Die Charakterklassen

Das A & O in einem zünftigen Hack’n’Slay-Game sind natürlich die Charakterklassen. Auch hier bietet das Indie-Studio Eleventh Hour Games in seinem Erstlingswerk Erstaunliches. Grundsätzlich gibt es die 5 Hauptklassen, das sind der Mage, Primalist, Acolyte, Rogue und der Sentinel. So weit, so gewöhnlich. Spannend wird es, wenn man sich diese Charaktere genauer anschaut. Jede davon kann man in 3 Richtungen weiterentwickeln. Das sind die sogenannten Meisterschaftsklassen.

Die Klassenübersicht

Nehmen wir uns als Beispiel den Sentinel. Das ist der klassische Schwertkämpfer, der wahlweise eher tankig oder brachial mit einer schweren Zweihandwaffe zu Felde zieht. Diesen kann man nun in die Richtungen Void Knight, Forge Guard oder Paladin leveln. Oder man baut sich aus den 3 Möglichkeiten das, was man für gut hält, denn auch die Kombination der Skilltrees ist möglich.

Die Fertigkeiten

Die Skills schaltet man beim Leveln frei. Auch hier versteckt Last Epoch eine Besonderheit, denn man kann die Skills spezialisieren. So hat jeder Skill einen eigenen Skilltree, den man nach Belieben ausbauen kann. Allerdings kann man immer nur 5 Skills nutzen. Man kann also keine Fertigkeiten hochleveln und dann auf Vorrat zurücklegen. Allerdings kann man jederzeit das Skillsetup ändern, wenn man mit einer Fertigkeit nicht zufrieden ist. Diese Skills muss man dann jedoch von Fertigkeitsstufe 1 an hochspielen.

Dazu gibt es zu jeder Charakterklasse und Meisterschaftsklasse einen ausführlichen Talentbaum mit passiven Fertigkeiten um seine ausgewählten aktiven Fertigkeiten oder Werte wie Lebenspunkte, Resistenzen etc. gezielt zu verbessern. Auch in den passiven Talentbäumen können weitere Fähigkeiten freigeschaltet werden.

Eine Beispielskillung mit der Fähigkeit Hammer Throw
Erklärungen:
1: 15% Projektil Geschwindigkeit (Wurfhämmer sind Projektile)
2: Hämmer kehren nicht zu dir zurück. 30% Chance auf doppelten Schaden
3: 10% Chance auf doppelten Schaden
4: 40% weniger Schaden, dafür 4 zusätzliche Projektile
5: Die Hämmer bewegen sich spiralförmig
6: 12% erhöhte Angriffsgeschwindigkeit
7: 30% reduzierte Projektilgeschwindigkeit, 60% erhöhter Schaden.
8: Erhöht Manakosten um 10, reduziert die Angriffsgeschwindigkeit um 20%. Feinde bekommen 30 Void-Schaden pro Sekunde, wenn sie in der Nähe eines Hammers sind.
9: 150% erhöhter Schaden.

Crafting in Last Epoch

Crafting spielt in Last Epoch eine große Rolle. Sehr schön ist, dass man immer und überall direkt aus dem Inventar heraus (Taste F) seine Gegenstände optimieren kann. Man benötigt dazu sogenannte Shards. Diese findet man als ganz normalen Loot. Auch kann man Gegenstände zerlegen, um daraus Shards zu extrahieren. Dazu benötigt man allerdings eine bestimmte Glyphe.

Jede Modifikation eines Items gibt diesem einen Instabilitätswert. Ist dieser zu hoch, bekommt der Gegenstand Risse und es ist ab dann nicht mehr möglich, ihn weiter zu bearbeiten. Allerdings werden Gegenstände so nicht unbenutzbar, sie haben lediglich die Werte, die sie vor dem letzten Craft hatten. Die Chance auf eine erfolgreiche Anpassung des Gegenstands lässt sich ebenfalls über bestimme Glyphen erhöhen. Dieses Craftsystem ist sehr gut gelungen, denn so spielt die Wertigkeit des gefundenen Gegenstands, samt seiner Zufallswerte nicht zwingend die Hauptrolle, sondern man kann auch aus absolut unnützen Dingen etwas ganz Hervorragendes basteln.

Die Macher & die Finanzierung

Last Epoch wurde erfolgreich über eine Kickstarter-Kampagne finanziert. Backer ab entsprechenden Leveln konnten bereits in der geschlossenen Alpha spielen und so wertvolles Feedback abgeben. Zusätzlich konnten sich Interessierte sog. Supporter Packs kaufen, um an dieser Alpha teilzunehmen, ohne an der Kampagne teilgenommen zu haben. Derzeit befindet sich das Spiel in der frühen Open-Beta-Version und ist auf Steam im Early Access für 29,99 € zu erwerben.

Das Studio hinter Last Epoch nennt sich Eleventh Hour Games und ist bisher noch nicht in Erscheinung getreten. Last Epoch ist ihr Erstlingswerk. Das fertige Spiel wird 9,99 $ kosten.

Die Entwicklung und Releasedatum

Ich spiele das Spiel bereits seit der Alpha-Version und bin erstaunt, mit welcher Geschwindigkeit Eleventh Hour Games Inhalte und Korrekturen nachliefert. Man muss ja immer im Hinterkopf behalten, dass das Studio ein wirklich sehr kleines Team ist. Verglichen mit anderen Spielen aus dem Genre, die sich in der Entwicklung befinden (z.B. Wolcen), ist das bisher eine starke Leistung. Das fertige Werk soll im April 2020 veröffentlicht werden. Ich bin guter Dinge, dass dieser Terminplan eingehalten werden wird.

Fazit & Ausblick

Last Epoch hat ein enormes Potenzial. Vorausgesetzt man mag Spiele des Hack’n’Slay-Genres, kann man hier eigentlich keinen Fehlkauf begehen. Natürlich ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht alles rund. So leidet man teilweise unter Performanceeinbrüchen und sehr langen Ladezeiten.

Bisher kann man 2 Epochen (Akte) der Story durchspielen. Diese ist noch nicht vertont, so dass man eine Menge lesen muss, um alles zu verstehen. Nach den 2 Akten der Beta folgt das Endgame. In diesem kann man durch das erfolgreiche Abschließen kurzer, aber knackiger Dungeons Schlüssel bekommen. Mit diesen Schlüsseln wiederum öffnet man eine Art Endlosspiel. Es stürmen immer weiter Gegner auf einen zu, die man töten soll. Alle 5 Gegnerwellen gibt es eine Lootpause und dann geht es weiter. Natürlich wird es auch eine Ladder zu diesem Spielmodus geben. Wenn man stirbt, ist der Schlüssel verbraucht und man macht sich auf die Jagd nach weiteren Schlüsseln.

Das fertige Spiel wird auch einen Online-Multiplayermodus bieten. Da wird man dann mit seinen Freunden zusammen Last Epoch spielen können. Auch ein PVP-Modus und ein Offline-Modus sind angedacht. Zudem sollen Events kommen. Das kann man sich wohl so vorstellen, wie die Seasons in Diablo 3 oder die Ligen in Path of Exile.

Ich habe beim Testen derzeit sehr viel Spaß und werde das Spiel weiter verfolgen. In dem etwas brachliegenden Hack’n’Slay-Genre ist es auf jeden Fall ein Lichtblick. Mit vielen spannenden Ansätzen und tollen Mechaniken ist Last Epoch auf jeden Fall ein Geheimtipp und ein Must-Have für Genrefreunde.

5
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Fenistair
Mitglied
Fenistair

Das sieht auf jeden Fall extrem interessant aus. Vor allem die Skill-Mechanik finde ich sehr spannend. Diablo 3 war in dieser Hinsicht leider sehr enttäuschend. Einen Wehrmutstropfen hat das für mich persönlich allerdings: ich spiele schon seit einigen Jahren nicht mehr auf dem PC, sondern nur noch auf der XBOX. Aber vielleicht habe ich ja Glück und Eleventh Hour Games kommt noch mit einer Umsetzung für selbige um die Ecke…

Marty mcFly
Gast
Marty mcFly

Es klingt nach einer interessanten Story mit dem in der Zeit zurück gehen.
Optisch ist es leider wieder dieses 0815-Action-RPG-Diablo3-like-Feuerwerk. Alles blitzt und blinkt in allen Farben. Pew Pew Pew. Hier ein Leuchteffekt, da ein bunter Funkenregen, quietschbunte, blinkende Auren gibts gratis dazu.
Die Landschaft / Szene bei 0:12 mit dem Turm sah dagegen sehr schön aus. Da dachte ich einen kurzen Moment: “Oh, mal etwas Neues!”
Naja..