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Our Mundane Supernatural Life – Rollenspielspaß zu zweit

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Erst kürzlich haben wir über den erfolgreichen Kickstarter von Storybrewers Roleplaying berichtet. Mit den Littlebox RPGs haben die Entwicklerinnen eine Reihe von spielleiterlosen und spontanen Rollenspielen finanziert. Mit dabei war auch eine erweiterte Fassung von Our Mundane Supernatural Life. Wie entspannend und persönlich schon die kostenlose erste Version sein kann, beweist ein Spielbericht.

Our Mundane Supernatural Life: Mein Freund, der Vampir

Die Prämisse von Our Mundane Supernatural Life ist für viele Rollenspieler vielleicht erstmal sonderbar. Denn das Spiel kommt ohne Spielleiter und mit exakt zwei Spielern aus. Eine Person schlüpft in die Rolle eines ganz normalen Menschen. Der andere spielt ein übernatürliches Wesen. Das kann zum Beispiel ein Vampir, Werwolf, Geist, aber auch eine Fee oder ein Tierwesen sein. Die beiden leben aus irgendeinen Grund zusammen. Sie könnten beispielsweise verheiratet sein oder ein Paar, aber auch Mitbewohner, beste Freunde, Geschwister oder andere Beziehungen sind vollkommen in Ordnung. Gemeinsam wird dann ein zufälliger und alltäglicher Tag ausgespielt. Ganz im Sinne des Slice-of-Life-Genres.

Kurze emotionale Alltagsszenen

Zu Beginn von Our Mundane Supernatural Life erstellen die beiden Spieler ihre Figuren. Jeder wählt ein grundsätzliches Problem, das als Leitmotiv verwendet werden kann. Dann werden Beziehung, Wohnung, Beruf, Hintergrundgeschichten und Probleme weiter ausgestaltet. Sobald beide Charaktere ausreichend beschrieben sind, wird der Tagesablauf erstellt. Zuerst denken sich die Spieler gemeinsam vier Aktivitäten aus, die sie heute gemeinsam erledigen wollen. Anschließend steuert jeder noch vier Tätigkeiten bei, die sie alleine absolvieren. Alle Aktivitäten stehen auf jeweils einer Karteikarte geschrieben. Davon wurden fünf vorher verdeckt mit einem X markiert. Danach sortieren die Spieler den Tagesplan nach Uhrzeit.

Dann kann Our Mundane Supernatural Life richtig losgehen: Der Tag beginnt und die erste Aktivität wird ausgespielt. Der Spieler, beziehungsweise beide, falls es sich um eine gemeinsame Aktivität handelt, dreht die Karteikarte um. Ist ein X auf der Rückseite, geht irgendetwas schief. Ansonsten läuft alles nach Plan. Dann wird ein Timer mit einer zufälligen Minutenanzahl gestellt. Bis zum Ende des Timers muss nun die Szene ausgespielt werden. Egal ob man am Ende fertig ist oder nicht. Das kann anfangs etwas ungewohnt sein, gerade die gemeinsamen Aktivitäten bieten aber genügend Material. Nach dem gleichen Schema laufen alle weitere Szenen im Tagesplan ab. Und das war’s dann auch schon! Das ganze Spiel dauert dadurch nur ungefähr eine Stunde.

Von peinlichen Dates und kuschligen Werwölfen

Ich habe Our Mundane Supernatural Life mit einer Mitspielerin an einem digitalen Rollenspieltreffen gespielt. Wir wollten zwei Personen verkörpern, die kürzlich wegen finanziellen Problemen zusammengezogen sind. Also zwei neue WG-Bewohner. Sie erschuf einen Menschen namens Otis, ein schmächtiger Künstler auf der Suche nach Freunden. Ich spielte einen Werwolf namens Salim, ein reizbarer, energetischer Goldschmied auf Jobsuche. Otis hat sich vorgenommen vegan zu werden, während ich wegen der Vollmondnacht mit meiner Verwandlung zu kämpfen hatte.

Der Tagesplan war schnell erstellt. Nachdem Salim ohne Probleme sein Fell gekämmt und den Einkauf erledigt hatte und Otis sich Motivationsvideos angesehen hatte, gab es ein gemeinsames Brunch. Wir konnten unsere Figuren weiter charakterisieren und Otis half Salim bei der Jobsuche. Am Nachmittag ging aber einiges schief. Salim konnte sich wegen des näherrückenden Vollmonds nicht auf seine Arbeit konzentrieren: Die Verlobungsringe seines Bruders. Otis musste ein peinliches Tinderdate überleben. Und beide kämpften mit ihrem Sozialleben. Auch das abendliche Kochen ging schief: Otis wurde rückfällig und aß heimlich ein Schnitzel. Danach verletzte er sich und blutete das Abendessen voll. Salim nahm es locker und meinte, das Blut im Essen mache ihm nicht aus. Bevor der Timer auslief, konnte Salim gerade noch beteuern, er hätte nur einmal einen Menschen abgeleckt, um zu sehen wie er schmeckt. Nach einigen weiteren Szenen war Our Mundane Supernatural Life schon vorbei.

Balsam für die Seele

Our Mundane Supernatural Life hat sich wahnsinnig persönlich, emotional aber auch lustig und realistisch angefühlt. Da nur zwei Personen spielen, wird die erzählte Geschichte viel intimer. Die Handlung baut eher auf Erfahrungen und Beschreibungen der beiden Figuren auf. Die zufälligen Komplikationen bringen sowohl Humor als auch Tiefe in das Spiel. Die letzten Szenen beschrieben, wie sich Otis freute, in Salim einen neuen Freund gefunden zu haben. Während Salim in Wolfsgestalt neben ihm im Bett schlief. Our Mundane Supernatural Life beweist damit, dass man zu zweit tiefe und unterhaltsame Runden spielen kann. Für mich war Our Mundane Supernatural Life das Rollenspiel-Äquivalent zu einer Kuscheldecke und einer Tasse heißen Tees im Bett. Da das Spiel komplett kostenlos bei Storybrewers Roleplaying verfügbar ist, kann man die sehr kurzen Regeln ohne Probleme ausprobieren.

Our Mundane Supernatural Life und weitere Zwei-Personen-Spiele

Our Mundane Supernatural Life steht damit in einer Reihe weiterer Spiele für zwei Personen und tiefgehenden Beziehungen. Thematik und Spielprinzip ähneln beispielsweise Star Crossed. Habt ihr schon Erfahrungen mit solchen Spielen gemacht? Ich kann mir gut vorstellen, dass vor allem Paare, aber auch Geschwister oder Familien damit schöne Spielrunden erleben können. Erzählt uns gerne in einem Kommentar von euren Erlebnissen mit Rollenspielen für zwei!

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