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Reingeschaut: DSA4.1 – Harteschales Hausregeln

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Update vom 03.09.:

Mittlerweile sind Harteschales Hausregeln digital erschienen und können als PDF im DSA-Forum heruntergeladen werden. Der Druck folgt in Kürze!

Ursprünglicher Artikel vom 02.09.:

Hausregeln für Das Schwarze Auge kennen wahrscheinlich so einige von uns. Doch haben es wahrscheinlich die wenigsten Hausregelungen zu einem Kompendium aus knapp 160 Seiten Regeln für jede Spielsituation geschafft. Genau das bietet jetzt die neuste Fassung von Harteschales Hausregeln an. Diese sind aus über zehn Jahren fortlaufender Entwicklung und Anpassungen entstanden. Im DSA-Forum ist die vorerst finale Version bereits angekündigt, die als Fortführung der Hausregelsammlung von Harteschale und Sumaro entstanden ist. Ich habe bereits reingeschaut und möchte euch die Regelsammlung für DSA4.1 vorstellen. Für 11 € je Exemplar ist das Endwerk auch gedruckt in Sammelbestellung zum Selbstkostenpreis erhältlich. Als PDF werden die Regeln auch weiterhin kostenlos bleiben. Noch wenige Tage, dann soll das Finalwerk erscheinen und die Sammelbestellung abgeschlossen werden.

Die wenigsten Hausregeln können sich mit einer so breiten Masse an Spieltestern und Beteiligten rühmen. Harteschale, Sumaro und einige mehr davon sind im DSA-Forum zu finden. Der Forenthread zu den Hausregeln hat mittlerweile über 1.100 Beiträge. Dort ist auch die vorherige Version mit 86 Seiten von 2015 verfügbar, die neue Version wird sich also vom Volumen fast verdoppeln.

Verschiedene individuelle Regelniveaus

Die Hausregeln regeln so einiges neu oder anders. Für verschiedene Spielstile, die sich je nach Gruppe ja schon anders verlagern können, werden direkt drei Regelniveaus angeboten. Dabei wird zwischen light, medium und intensiv entschieden – es ist jedoch nicht zwingend erforderlich, dass die ganze Gruppe mit den gleichen Regeln spielt.

So bestehen die Light-Regeln meist aus wenigen Seiten zu beispielsweise Kampf oder Magie. Bei intensivem Regelniveau ist man im Prinzip bei dem gleichen regeltechnischen Level von DSA4.1 mit allen optionalen Regeln. Die Autoren empfehlen, verschiedene Regelniveaus auch in der Gruppe zu mischen und für alle Charaktere mit dem Light-Regelniveau anzufangen. Das bietet sich schon allein deswegen an, um in die Hausregeln einfacher einsteigen zu können und die Unterschiede zu erkunden. Ein leichteres Regelniveau soll hierbei auch nicht bedeuten, dass Charakteren Optionen bezüglich Style und Inhalt verwehrt werden. Es handelt sich hierbei mehr um Komplexität bezüglich der regelseitigen Herausforderung.

Absprachen sind entscheidend

Die Hausregeln lassen zwar zuerst auf Regularien schließen, jedoch sind diese zum großen Teil in die Hände der Spielgruppe gelegt. So sind vor allem Absprachen für die Erstellung der Charaktere zu treffen, die nicht in Regeln gefasst sind. Ausnahme hierbei: Es werden keine Generierungspunkte mehr verwendet, stattdessen ist ein Generierungspunkt 50 Abenteuerpunkte wert. Eine Charaktergenerierung findet somit nur mit Abenteuerpunkten und sehr frei statt.

Damit es dem einen oder anderen jedoch nicht zu freizügig vonstattengeht und die Hausregeln nicht mit gerümpfter Nase wieder ins Regal gestellt werden: Die Absprachen sind genau dafür da, dass jede Gruppe die Generierung so regelt, wie sie sie gerne hätte. Einige Erfahrungswerte bzw. Empfehlungen bezüglich Absprachen gibt es zwar, diese sind jedoch nicht verbindlich.

So empfiehlt man zum Beispiel, mindestens 22.000 Abenteuerpunkte zur Generierung zu nutzen, wobei nicht jeder Spieler mit denselben AP starten muss (falls gewünscht, um z. B. Magiern mehr Zauber geben zu können). Das mag erst einmal nach einer Menge klingen, doch merkt man schnell, dass für taugliche Helden sehr schnell viel zusammen kommt. Den Pool an Abenteuerpunkten auf die verschiedenen Bereiche Attribute, Talente, Sonderfertigkeiten und Magie/Karma/Kampf aufzuteilen ist dabei ebenfalls empfohlen.

Die Hausregeln machen sowieso im Allgemeinen nicht den Eindruck, dem Leser etwas vorschreiben zu wollen. Stattdessen wirken sie eher wie Empfehlungen aus Erfahrungswerten von Autoren, die sich intensivst mit der Verbesserung des Spielerlebnisses zu DSA4 beschäftigt haben.

Regelrundumschlag durch DSA4

Gefühlt wurde fast jede Regel unter die Lupe genommen. Angefangen mit wie viele Abenteuerpunkte sollte ein Held je Spielabend erhalten bis zum kleinsten Zauber oder der seltensten Liturgie ist sehr sorgfältig an den Hausregeln gearbeitet worden. Auch Steigerungstabellen, Waffenregeln, Talentekauf und neue Sonderfertigkeiten sind mit dabei. Dabei wurde das Ganze jedoch nicht komplett auseinandergepflückt. Es wurden stattdessen überdacht die Stellschrauben angepasst – wie geschrieben, es sind immerhin 10 Jahre Arbeit in die Hausregeln gesteckt worden und es ist kein Ein-Mann-Projekt aus einem stillen Kämmerlein.

Die Hausregeln sind in 5 Kapitel unterteilt. Das Kapitel zur Magie mit fast 70 Seiten nimmt dabei knapp die Hälfte der Regeln ein. Dies liegt vor allem an der Vielseitigkeit von Magie und an den vielen Traditionen, die es zu beachten gibt. Den Hausregeln merkt man jedoch an, dass der Wunsch, jede Abenteuerlaufbahn gleich lukrativ und in Spielbalance zu halten, sehr ernst genommen wird. Sei es nun die Alchemie, die Einführung von Median-Proben für Eigenschaften oder neue Sonderfertigkeiten für Hinterhalte. Verschiedenste Spielweisen finden Beachtung und sind mit neuen oder angepassten Regeln versehen.

Auch beim Kampf hat man plötzlich eine immense Fülle an spielbaren Konzepten, die gut funktionieren. An diese würde man in DSA4 wahrscheinlich im Traum nicht dran denken und an diese würde in DSA5 das Balancing im Traum nicht ranreichen.

Harteschale

Etwas auffällig fand ich beim Lesen, dass gerade vielen Regeln für dunklere Charaktere, wie zum Beispiel Meucheln, Nekromantie oder Dämonlogie, ein Stück besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ob bei den Hausregelautoren auch ein Liebhaber von Dämonenpakten dabei war?

Regelniveaus sichtbar entschlackt

Das klingt auf dem ersten Blick nach einer Menge zu lesen. Die Hausregeln bringen jedoch mit, dass die Spieler selbst entscheiden, wie viele Regeln sie für ihren Charakter wollen. Das ist durch die erwähnten Regelniveaus gegeben. Sich in die Hausregeln mittels der Light-Variante zuerst einzuarbeiten und sich dann nach Bedarf zu steigern wird hierbei wie erwähnt empfohlen.

Dadurch ist der Teil der angepassten Regeln, mit denen Spieler und Meister zuerst konfrontiert sind, natürlich begrenzt. Doch ist das volle Spielerlebnis dennoch mit dabei, Charaktere voll zu entfalten.

Die Light-Regeln sind wirklich mit wenigen Regeln zu spielen. Es gibt Leute, die überfliegen das Regelwerk nur und schauen sich alle Intensiv-Regeln von Schamanismus bis hin zu den exotischsten Magiegebieten an und meinen dann instinktiv: so wäre das Werk insgesamt – doch ganz im Gegenteil: Man kann die Karmaregeln für Priester komplett mit 2 Seiten Regeln spielen und braucht nur noch die Liturgien aus Wege der Götter. Ohne Abstriche und mit faktisch mehr echten Optionen als offiziell.

Harteschale

Für einen Teil der Regeln sind auch noch Cheatsheets mit dabei, die das wahrscheinlich jedem Spieler von DSA4 bekannte Scrollen und Blättern nach „wo stand das denn nochmal?“ etwas erleichtern. Im ersten Querlesen besteht die Gefahr, etwas den Überblick zu verlieren. Bei genauerem Hinsehen macht sich jedoch bemerkbar, dass es den Autoren gerade darum ging, den Regelwust einzudämmen und etwas zu vereinheitlichen.

Außerdem sind die drei Regelniveaus oft nach Interesse des Spielers vorsortiert. Je exotischer oder situativer Regeln sind, desto eher sind sie unter den intensiven Regeln zu finden, gerade im Bereich der Zauberei. Einfachheit und pauschale Regeln, die möglichst viel abhandeln, sind durchgängig als Devise erkennbar.

Fazit

Mit Harteschales Hausregeln tut sich jeder DSA4-Spieler eigentlich einen großen Gefallen. Viele Regeln sind wirklich entschlackt und vereinheitlicht, was gerade auch der Spannung und Schnelligkeit in Kämpfen zugute kommen sollte. Dass mit viel Bedacht an die Originalregeln herangetreten wurde und sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht wurde, wie verschiedenste Spielertypen und Archetypen berücksichtigt werden können, bedarf besonderer Erwähnung.

Die Hausregeln sind bemerklich auf Spielspaß und Fairness ausgelegt. Beispiele dafür sind auch die Anpassungen der Kosten von Sonderfertigkeiten auf ihren realen Effekt durch erkennbar intensive Recherche durch die Welt Aventuriens und DSA4. Die Autoren kennen merklich ihr Handwerk.

Es ist per se jedoch kein Regelwerk, das man sich kauft, auspackt und sofort damit loslegt. Beschäftigt man sich intensiver mit dem Werk, ist der Mehrwert sequenziell präsenter. Ich habe jetzt leider noch keine DSA4-Runde, in der ich das Werk ausprobieren könnte, ich würde es jedoch definitiv tun. Im Vergleich zu den offiziellen Regeln zu DSA4.1 gefallen mir die Hausregeln und sind schlüssig, ohne alles auf den Kopf zu stellen.

Auch das Layout kann sich sehen lassen, hier waren ebenfalls Profis am Werk. Das Werk kommt mitsamt Illustrationen, Verlinkungen im PDF, Inhaltsverzeichnis, professionellem Satz und vielem mehr daher – für ein Fanprojekt definitiv nichts Selbstverständliches.

Es gibt zu den Hausregeln auf einen Bewertungsthread im DSA-Forum. Harteschale freut sich natürlich sehr über ehrliches Feedback, falls Ihr Euch die Regeln angeschaut habt – sobald diese erschienen sind natürlich.

Transparenzhinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Das PDF zu Harteschales Hausregeln wurde uns von Harteschale als Preview-Exemplar zur Verfügung gestellt.

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