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Ruin Masters – neuer OSR-Hexcrawler auf Kickstarter

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Forbidden Lands, das derzeitig auf Deutsch über Crowdfunding beim Uhrwerk Verlag finanziert wird, und Mutant: Jahr Null haben es unter anderem wieder aktuell gemacht. Hexcrawls auf Karten, in denen man in einer Sandboxwelt herumreist und die Welt erkundet, sind wieder im Kommen. Nun gibt es auf Kickstarter ein weiteres Rollenspiel aus Schweden, das diese Richtung einschlägt. Dabei beruft sich Ruin Masters auf das Vermächtnis des schwedischen Spiels Drakar och Demoner von 1982.

Die Kampagne zu Ruin Masters wird von RiotMinds angeboten, dem Verleger der Trudvang Chronicles (auf Deutsch bei Truant Spiele). Das Spiel fährt mit Vollgas auf der Old-School-Revival-Schiene (OSR). Nachdem Drakar och Demoner erst 2016 einen Retrorelease erhalten hat, sollen für Ruin Masters die Regeln des Klassikers überarbeitet werden.

Hex- und Dungeoncrawler

The game includes tactical Dungeon Crawl AND Hex Travel rules for boardplay! So, gather your friends in this combined classic roleplaying and tabletop dungeon crawl game! Let´s see how long you can survive!

https://www.kickstarter.com/projects/1256540796/ruin-masters

Wie man den Beschreibungen der Spielinhalte entnehmen kann, wird es so einige Tabellen zum Erwürfeln von z. B. Dungeons geben. Ähnlich wie in Forbidden Lands wird zwischen zwei Spielmodi unterschieden. So gibt es zum einen den bereits angesprochenen Hex Travel Mode auf der Karte, auf der man sich fortbewegt. Zum anderen gibt es selbstverständlich auch Dungeons zum Erschließen und Plündern, dies wird von den Machern als Ruin Play Mode bezeichnet. Das Ganze spielt in der Fantasywelt von Caldarox, die nach einer gewaltigen Katastrophe verheerend zerstört wurde. Alte Ruinen vergangener Zivilisationen warten in der Fantasywelt auf euch.

Das Regelsystem ist wie für ein OSR zu erwarten denkbar einfach. Es gibt 4 Attribute, die mit 3W10 ausgewürfelt werden, sowie sechs breitgefächerte Skills, auf die mit einem W100 gewürfelt wird. Rüstung und Schilde absorbieren Schaden an den sogenannten Körpertrefferpunkten. Würfel für Schaden explodieren, so dass man z. B. 10en hochwürfeln kann. Es wird mit Trefferzonen gearbeitet, so dass Schwachpunkte in der Rüstung Auswirkungen haben können.

Die Charaktererschaffung geht dabei denkbar einfach: Würfel deine Attribute, verteile deine Skillprozente, wie du möchtest, ziehe drei Start-Up-Karten und rüste deinen Charakter aus. Fertig! Was genau Start-Up-Karten sind, wird auf der Kampagnenseite noch nicht so genau erläutert, vermutlich definieren diese jedoch die Startausrüstung oder ähnliches.

Das könnt ihr haben

Die Oldschool-Artworks auf der Kampagnenseite sehen schon einmal vielversprechend aus und gefallen. Das Spiel ist bereits finanziert, man kann jedoch noch etwas mehr als 3 Wochen mitmachen.

Dabei fangen Pledges bei umgerechnet 17€ an, angestrebter Lieferzeitraum ist November 2019. Grundlegend wurde bereits Folgendes angeboten:

  • Grundregelwerk mit Charaktererschaffung, allgemeinen Regeln, Weltenbeschreibung, wie bereits jede Menge Tabellen für zum Beispiel Dungeons, Schätze und Zufallsbegegnungen, Regeln für Monster und was man sonst noch so zum Spielen braucht. Das Regelwerk soll 150 bis 200 Seiten umfassen, derzeitig ist es noch als Softcover dabei.
  • Drei Kartonbögen für Monster zum Selbstausschneiden
  • 15 Kampfmodusmarker (Offensiv, Defensiv, Neutral sind die drei Kampfmodi)
  • Start-Up-Kartendeck
  • Vierfarbige Karte von Caldarox
  • 20 Charakterbögen
  • Dungeon-Crawl-Einstiegsabenteuer als PDF

Zusätzlich sind derzeitig 50 vorgefertigte Charaktere zum sofort Losspielen mit dabei. Da das Spiel auf jeden Fall herauskommen wird, sind wir auch gespannt auf die angekündigten jährlichen Ruin Masters Tournaments, die Riot Mind zum Spiel abhalten möchte.

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ARglu
Gast
ARglu

Hat jemand Erfahrungen mit Mutant: Jahr Null und Forbidden Lands gemacht? Was sind Eure Erfahrungen. Lohnen die sich als Zweitrollenspiel oder sind sie misslungen?

Oli
PnPnews.de

Wir haben kürzlich erst Die Verbotenen Lande anspielen können, hier der Bericht: https://pnpnews.de/eine-kurze-reise-in-die-verbotenen-lande/

Gumbald
Mitglied
Gumbald

Ich spiele seit geraumer Zeit “Mutant Jahr Null” und bin seitdem absoluter “Year Zero Engine” Fan.
Bislang habe ich im wesentlichen DSA 4.1 gespielt, derzeit noch etwas Splittermond und in der Vergangenheit auch mal das ein oder andere ausprobiert. Aber im Grunde bin ich doch ein ziemicher “Casual Rollenspieler”, der auch nicht auf Cons rumhängt oder Rollenspiel über das Internet betreibt.
Und: Ich finde MYN großartig!
Es ist von der Regelbasis einerseits extrem schlank (noch schlanker als Coriolis oder “Verbotene Lande”), aber ausreichend genug, so dass jeder Spieler seine Kernkompetenzen hat. Das Würfel-System ist einfach und Schwierigkeiten gut einschätzbar (je mehr Würfel ich für eine Probe würfeln kann, desto wahrscheinlicher der Erfolg)
Regel-Diskussionen entfallen, stattdessen liegt der Fokus komplett auf der Handlung.
Und da haben die Spieler einerseits große Handlungsfreiheiten, aber es gibt auf der anderen Seite auch viele vorgefertige “Zonen-Sektoren” (=”Adventure-Sites” in “Verbotene Lande”) und einen Kampagnen-Plot: Die Spieler suchen nach dem Ursprung ihres Volkes und nach dem legendären “Eden”. Diese übergeordnete Storyline kann aber sehr simpel nebenher “eingestreut” werden, es ist bis zum großen Finale nicht nötig, dass der SL hier irgendwelche Aktionen “forciert”.
Ich bereite MYN-Sitzungen immer auf Basis der letzten Sitzung vor: Keine großartigen Kampagnen-Pläne. Stattdessen schaue ich mir an, welche Konflikte und Dramaturgien sich aus den Handlungen der Spieler der letzten Sitzung ergeben und behalte einen “roten Faden Plot” als Backup in der Hinterhand, wenn die Spieler nicht von sich aus für Action sorgen.
Ein weiterer Plus-Punkt: Als Spieler muss ich quasi nichts über die Hintergrund wissen, denn die Charaktere wissen auch nichts. Kein großes Einlesen in Regeln oder Hintergrund… Es geht (fast) sofort los!
Das Spiel eignet sich meines Erachtens aber nicht gut als One-Shot, sondern entfaltet seinen Spaß erst im Rahmen von dauerhaften Spielsitzungen: Wie baue ich meine Basis aus? wie löse ich Konflikte zwischen Gruppen innerhalb der Basis? Wie bekomme ich dringend notwendige Ressouren? Wie sieht die Welt außerhalb der Basis aus? Was passiert bei Kontakt mit anderen Gruppen in der Zone – Freund oder Feind? Wie kann ich mächtige Feinde besiegen – muss ich Allianzen eingehen? Usw.
Das schöne ist, dass man innerhalb einer 4-5 Stunden Spielsitzung da auch tatsächlich viel schaffen kann.
Ich spiele es derzeit im Monatsrhythmus mit Leuten, die nicht so viel Zeit für Rollenspiel haben und das funktioniert trotz der langen Zeitabstände erstaunlich gut. Damit man hier den Überblick behält, kann ich die Seite kanka.io wärmstens empfehlen, wo man alle Infos von Spielsitzungen super dokumentieren und aufbereiten kann.
Ach ja, und obwohl das System eigentlich recht tödlich ist, habe ich es bislang noch nicht geschafft einen Charakter zu töten – vielleicht bin ich auch einfach zu weich, aber ich arbeite dran! 😉
Was die anderen “Year Zero Engine” Spiele angeht: Ich starte demnächst vermutlich noch mit Coriolis, was ich aber eher “klassisch” leiten werde: Einfach die offiziellen Szenarios nehmen, miteinander verknüpfen und hintereinander weg spielen. Das kann man auch freier gestalten, ist mir da aber zu viel Arbeit.
“Verbotene Lande” steht dann wieder enger in Tradition von “Mutant Jahr Null”, hat aber eine etwas aufgebohrtere Regelmechanik, und auch der Hintergrund ist etwas stärker ausgearbeitet.
Wie man also an diesem langen Text merkt: Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute “MYN” mal ausprobieren würden. Es klingt ziemlich freakig (Mutanten und so), aber wenn man sich vorstellen kann, in einem Mad Max/Fallout Szenario zu spielen, dann ist das euer Spiel! 🙂

Luke Finewalker
PnPnews.de

Super, vielen Dank für diesen schönen Erfahrungsbericht! 🙂

Sowohl Mutant: Jahr Null als auch Die Verbotenen Lande – und natürlich auch Ruin Masters! – sind ja sehr landkartenbasiert (Hexcrawl). Das lässt sich im Setting von Coriolis weniger gut reproduzieren.
Durch die Gruppenkonzepte, bei denen die Gruppe nicht selten über ein eigenes Raumschiff als Basis verfügt und sich innerhalb des Settings frei bewegen kann, bietet sich der Sandbox-Charakter allerdings auch hier an.

Halt uns doch auf dem Laufenden, welche Erfahrungen du mit den Szenarios machst, wenn es soweit ist. 🙂

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