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Das Tanelorn-Sommertreffen 2019

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Ein Gastbeitrag von Karsten, alias Blechpirat, über das diesjährige Communitytreffen des Tanelorn-Forums.

Tanelorn auf Burg Hessenstein

Warum kommt jemand aus Irland in die tiefste hessische Provinz, um dort ein langes Wochenende Rollenspiel zu machen? Weil auf Burg Hessenstein das halbjährliche Tanelorntreffen stattgefunden hat. Und dafür lohnt sich die lange Anfahrt!

Auf so einem Treffen versammeln sich rund 60–100 Leute zum Spielen – Leute, die sich wie sonst kaum eine andere Gruppe mit Pen & Paper Rollenspiel als Hobby beschäftigen. Das Tanelorn-Rollenspielforum ist bekannt für seinen Fokus auf Rollenspieltheorie und kleine Systeme. Das merkt man dem Treffen auch an. Es werden wenige Runden der großen „Mainstreamsysteme“ (D&D, DSA, Shadowrun, CoC, Splittermond) angeboten. Stattdessen findet man viele kleine Systeme. Darunter ist etwa The Clay That Woke mit seinen ungewöhnlichen Mechanismen: Hier werden Orakel befragt, um ein Zufallselement ins Spiel zu bringen. Das erlaubt einem, im Anschluss dann gleich darüber fachzusimpeln, ob der neue Mechanismus so gewirkt hat, wie er versprach, oder was man hätte anders machen können.

Hochwertige Spielrunden

Die Spielrunden sind natürlich der Grund für das Treffen, und sie sind von weit überdurchschnittlicher Qualität. Tatsächlich habe ich meine besten Runden dort gehabt und als Spielleiter und als Spieler viel gelernt. Weil dort nur Menschen leiten und spielen, die sich im Tanelorn intensiv mit dem Thema befassen, ist das Niveau außerordentlich hoch. Das gilt nicht nur für die durchgehend fantastischen Spielleiter, sondern insbesondere auch für die Spieler. Selten habe ich erlebt, wie fantastisch sich die Spieler gegenseitig anspielen, auf Spotlightverteilung achten und dafür sorgen, andere Spieler in die Szene zu holen.

Thematisch war in den Runden alles dabei: Von 70er-Jahre-Fantasy (The Fantasy Trip) bis Sex & Drama (Monsterhearts), von Sci-Fi (Serenity, The Expanse RPG) bis Surrealismus (Itras By) kann man alles erleben.

Beachtliche Getränkeauswahl

Allerdings wird nicht nur gespielt. Gerade am Anreisetag spielen nur die Härtesten (es gab eine Runde Star Trek und eine Runde Schummelabenteuer). Im Übrigen wurde geplaudert, gegrillt und so manche Runde Brettspiel gespielt. Es ist üblich geworden, vor der Anreise zu Hause eine Kiste Bier einzupacken, sodass auf dem Treffen eine unglaubliche Auswahl an Biersorten aus allen Gebieten Deutschlands zu finden ist. Das muss man natürlich auch ausnutzen. Kulinarisch gab es auch Whisky-, Rum- und Gintastings, jeweils mit Flaschen aus den Beständen der Teilnehmer. Dazu kamen exotische Kaffeesorten und erstmals bei diesem Treffen eine Einführung in Grünteesorten.

Für mich gehört inzwischen die Versteigerung am Samstagmorgen fest zu den Programmpunkten: Wer in seinem Rollenspielregal ein Schätzchen findet, das er ausmustern könnte, bringt es mit. Bei der Versteigerung wird es dann mit hohem Unterhaltungswert versteigert. Die Erlöse kommen der Serverkasse des Tanelorn zugute. Gerade wer kleine Systeme und alte Sachen mag, wird dort fündig. Es ist verblüffend, wie unterhaltsam man eine solche Benefizversteigerung gestalten kann. Außerdem macht es großen Spaß, die sonderbaren Bietkämpfe zu bewundern, die über obskure Indie-Rollenspiele ausgefochten werden.

Das nächste Treffen

Wer vorbeikommen möchte: Das nächste Treffen findet vom 20.-23.02.2020 statt. Da man sich über das Forum anmelden muss, ist ein Account im Tanelorn nötig – eine Mindestpostingzahl hingegen nicht. Allerdings werden die Runden vorab im Forum vergeben und oft baut man auch die Charaktere gemeinsam. Ein früher Blick in den Treffenbereich lohnt sich also.

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