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Digital Dystopia – Fate-Umsetzung für Cyberpunk

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Als privates Projekt hat Oliver Kersting eine Fate-Umsetzung für Cyberpunk geschrieben. Das Fanprojekt Digital Dystopia wirft dabei einen besonderen Blick auf eine spezielle Ausrichtung innerhalb dieses Genres.

Das Grundspiel

Das baukastenähnliche Pen & Paper Rollenspiel Fate stammt ursprünglich vom amerikanischen Verlag Evil Hat Productions und wird in Deutschland vom Uhrwerk Verlag vertrieben. Durch seine universellen Regeln erlaubt es den Spielern, so gut wie jedes erdenkliche Szenario zu erleben. Dank seines narrativen Fokus auf möglichst wenig Würfelnutzung dreht es sich mehr um das Erleben eines story-orientierten Spiels.

Charaktere in Fate werden vor allem durch sogenannte Aspekte dargestellt. Evokative Beschreibungen, die sich im erzählerischen Spiel immer wieder aufgreifen lassen. Dazu gehören in der Regel das Konzept, das das dem Charakter zugrundelegende Wesen möglichst auf den Punkt bringt, das Dilemma, das diesen Charakter immer wieder in Schwierigkeiten bringt, und einige weitere Aspekte unterschiedlicher Natur. Grundsätzlich können Aspekte allerdings immer sowohl positiv als auch negativ eingesetzt werden, je nachdem, wie sich die Spielsituation entwickelt.

In der Spielmechanik werden die Aspekte außerdem durch Fertigkeiten oder Methoden (bei Turbo-Fate) ergänzt. Diesen sind Zahlenwerte zugeordnet, auf die dann die jeweiligen Proben abgelegt werden. Weiterhin ist Fate berühmt für die sogenannten Fate-Punkte, eine Meta-Währung, mit der von Spielerseite direkt Einfluss auf das Geschehen genommen wird.

Digital Dystopia

Mit der Umsetzung der Fate-Regeln in Digital Dystopia geht es einen Schritt weiter in Richtung Cyberpunk. Oliver Kersting, den unter dem Namen Finarfin auch bereits für PnPnews geschrieben hat, beschreibt sein Projekt wie folgt:

Tiefe Häuserschluchten, gewaltige Wolkenkratzer als Stahlbeton und verspiegeltem Glas, neonfarbene Reklametafeln in der Augmented Reality. Mächtige Konzerne beuten ihre Belegschaft ebenso aus wie die verbliebenen Reste der Natur, Menschen sind nur noch vielstellige Nummern der Personalabteilungen, und im Raubbau werden der Erde und mittlerweile anderen Himmelskörpern Rohstoffe entrissen, um den Menschen im Konsumrausch die Illusion von Glück und Bedeutung zu geben.

Oliver Kersting auf faterpg.de

Cyberpunk als Genre ist im Pen & Paper Rollenspiel seit Jahrzehnten fest verankert und kommt in vielen Varianten daher. Digital Dystopia hebt besonders den Hacker hervor und versucht dessen eher sehr klassische Rolle aufzubrechen. Keine stundenlangen Alleingänge in der VR mehr, aber auch nicht mehr das Gefühl der völligen Nutzlosigkeit in der realen Welt. Die Frage war, wie man dies am besten in einem Fate-Setting konzipieren kann.

Oliver Kersting erklärt seinen Ansatz recht einfach. Wenn digitale und materielle Welten verschmelzen, wird auch das Handeln in der Virtualität zur Normalität aller Charaktere. Jeder trägt ein Netzimplantat, ein sogenanntes AReye und jeder kann, soll und wird in der Augmented Reality handeln. Es ist in einem Sci-Fi-Setting einfach davon auszugehen, das auch ein Hacker in der Lage ist sein Leben zu verteidigen. Umgekehrt eben auch, das der Straßensamurai ein wenig Hacking beherrscht, um einem Angriff aus dem Cyberspace nicht völlig schutzlos ausgeliefert zu sein. Zusammenfassend kann man sagen, Digital Dystopia lebt von der Teamarbeit, was diesem auch einen Bonus verleiht. Auch gibt es keine virtuellen Alleingänge mehr: Der Kampf gegen IC wird ebenso gemeinsam ausgetragen wie der Kampf gegen die Agenten des Konzerns.

Kostenfreies PDF

Hat dich der Artikel ein wenig neugierig gemacht, oder interessierst du dich ganz allgemein für Fate und dessen Umsetzungen? Dann kannst du dir Digital Dystopia als PDF Version kostenfrei auf der Seite von Fate-RPG herunterladen. Dazu reicht es einfach auf das bunte Bild am Ende des Textes auf der Projektseite zu klicken.

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