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Dynasty – Wer wird den Thron besteigen?

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Jeder kennt die Situation: Man macht sich für die abendliche Spielrunde bereit und schon trudelt die Absage eines Spielers oder des Spielleiters ein. Anstatt den Abend gar nicht zu nutzen können hier spontane und spielleiterlose Indie-Systeme glänzen! Vor Kurzem habe ich Dynasty: Who Will Rule the Empire? von Storybrewers Roleplaying getestet. Wie spaßig Betrug und Verrat sein kann könnt ihr jetzt hier nachlesen.

Dynasty: Ein Battle Royale für den Thron

Dynasty ist ein etwas atypisches Rollenspiel. Grundsätzlich verkörpern die Spieler nicht eine einzelne Spielfigur, sondern eine ganze Dynastie, inklusive drei unterschiedlicher Anführer. Durch Intrigen, Mord und Verhandeln will jede der Parteien am Ende auf dem begehrten Kaiserthron Platz nehmen. Soweit ganz leicht, aber Dynasty eignet sich für eine ganze Reihe an Settings! Neben einem klassischen Fantasy-Mittelalter-Imperium schlagen Storybrewers Roleplaying auch andere Settings vor. Zum Beispiel ein Imperium für Firmen, in Science-Fiction oder sogar an einer Universität. Die Dynastien können dann auch lockerer aufgefasst werden. Statt Familienbande sind im Kampf um den Dekan-Posten dann Fakultätszugehörigkeit oder akademischer Titel wichtig. Vielleicht plant die historische Fakultät einen hinterhältigen Angriff auf das Image der Jura-Fakultät? Oder die studentischen Vertretungen treten auf den Plan? Das System ist also sehr wandelbar.

Würfel, Karten und jede Menge Ideen

Bevor es mit dem Spielen losgeht, müssen die Spieler aber erstmal das Setting erschaffen. Storybrewers Roleplaying führt die Spieler dabei locker aber bestimmt anhand von Fragen durch das Worldbuilding. In jedem Fall gibt es einen Thron oder eine ähnliche Position als Kaiser oder Anführer des Imperiums. Doch der Friede wankt: Zu Beginn des Spiels steht fest, dass die Zeit des Kaisers begrenzt ist. Anschließend werden die Dynastien erstellt. Jeder Spieler füllt einen Fragebogen aus und legt fest was die Mitglieder der Dynastie verbindet. Danach erschaffen sie jeweils drei unterschiedliche Anführer der Gruppen. Dann kann es mit Dynasty auch schon losgehen!

Das eigentliche Spiel läuft in Zügen ab: Jeder Spieler zieht aus einem Deck vier Handkarten und bekommt sieben Würfel, die man verdeckt unter dem Tisch aufbewahrt. Jeder Spieler greift nun andere Dynastien an und legt dazu eine Karte. Jeder dieser Karten beschreibt ein Manöver, wie zum Beispiel „Beschuldige sie eines Verbrechens“ oder „Schmiede eine Allianz“. Dann wird eine Szene beschrieben und ausgespielt. Angreifer und Verteidiger nehmen dann eine geheime Anzahl an Würfeln aus ihrem Pool in die Hand. Alle anderen Spieler können die beiden Dynastien dann mit ihren Würfeln unterstützen. Wer die meisten Erfolge würfelt gewinnt das Duell. Das Problem: Die eingesetzten Würfel bekommt man nicht zurück! Wer am besten die eigenen Würfel einsetzt, mitzählt, wie viele Würfel bei den anderen im Umlauf sind und überblicken kann, wer sich mit wem verbrüdert, hat die besten Chancen in Dynasty! Denn wer am Ende die meisten Duelle gewonnen hat wird Kaiser.

Chrysantheme und Schwert: Ein Dynasty-Spielbericht

Das alles klingt viel komplizierter als Dynasty wirklich ist. Mit einigen Mitspielern habe ich das System kürzlich getestet. Wir haben uns ganz klassisch für ein Fantasy-Imperium entschieden. Damit uns das nicht zu langweilig wird, haben wir uns von Avatar: Herr der Elemente inspirieren lassen: Eine asiatisch angehauchte Welt mit Elementarmagie und einem großen Krieg. Das Imperium überspannt einen ganzen Kontinent, der nach einem Krieg gegen einen furchtbaren Gegner von dem Kaiser Akihiko vereint werden konnte. Aber Akihiko ist ein Soldat, kein Diplomat, und die diversen Gruppierungen des Kaiserreichs Astera haben es alle auf den Chrysantheme-Thron abgesehen!

Die Spieler haben diverse Dynastien erschaffen: Ich habe das ehemalige Heer gespielt, dem der Frieden und die Politik Akihikos auf die Nerven geht. Eine andere Spielerin verkörperte eine pazifistische Gruppierung, die für den Frieden plädierte und am liebsten ihre Anführerin Sakura auf dem Thron sehen würde. Der nächste Spieler erschuf zwei Handelsfamilien, die sich durch Hochzeit vereinten. Ein Anderer spielte die jetzt arbeitslosen Waffenschmiede und Handwerker des Reiches. Und schnell ging es in Dynasty auch heiß her: Ich ließ prompt eine Anführerin der Pazifisten entführen, die Schmiede verbündete sich mit fast allen anderen und die Pazifisten stifteten die beiden Handelsfamilien dazu an, die entführte Anführerin aus den Klauen des Heeres zu befreien. Das löste eine Kettenreaktion an Morden und Intrigen aus. Am Schluss konnten sich allerdings die Handwerker der Schmiede durchsetzen: Durch eine strategische Hochzeit und Unterstützung der Handelsfamilien konnten sie letzen Endes auf den Chrysantheme-Thron Platz nehmen.

Persönliches Fazit

Die Handkarten lieferten immer wieder gute Ansätze, die sich gut in das Spiel einbauen ließen. So stand man nie ahnungslos und ideenlos vor den anderen. Dadurch, dass die Karten in drei Kategorien, Stärke, Intrige und Diplomatie, eingeteilt sind, lassen sich auch ganz unterschiedliche Herangehensweisen der Spieler unterscheiden. Dynasty spielt aber auch mit der Intrige und politischen Stimmung zwischen den Spielern: Wer fällt wem in den Rücken? Ich habe dich doch vorhin mit zwei Würfeln unterstützt! Hast du nicht nur noch einen Würfel? Das Spiel wird sehr schnell unübersichtlich, aber das macht die Stimmung noch viel spannender und immersiver.

Lust auf Verrat?

Dynasty ist das perfekte Spiel für Spieler, die sich schon längst an ihren Freunden rächen wollen oder durch Bündnisse und deren Brechen aufsteigen wollen. Da kein Spielleiter oder Vorbereitung benötigt wird, eignet es sich auch perfekt für abgesagte Runden oder als spontane abendfüllende Spielsitzung. Das Beste: Es ist komplett kostenlos auf der Website von Storybrewers Roleplaying verfügbar! Man muss nur das Kartendeck und Dynasty-Sheets ausdrucken und dann kann man seinen Freunden den Dolch in den Rücken stoßen!

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