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Genau hingeschaut: Wie gut ist eigentlich Crowdfunding?

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Crowdfunding ist überall. Wer sich in diesen Tagen mit Rollenspiel beschäftigt, der kommt kaum um dieses Thema herum. Gleichgültig ob Regelwerke, Spielhilfen oder Romane, Geld sammeln von der Rollenspielgemeinschaft ist das Mittel der Wahl. Dabei wird auch gerne betont, wie unglaublich wichtig und gut dies für die Verlage und die Community an sich ist. Crowdfunding, das ist Marketing, Hype und Event in einem. Gekoppelt mit einer sicheren Einnahmequelle.

Oder steckt eigentlich mehr dahinter? Woher kommt Crowdfunding und warum ist es mittlerweile alternativlos für Pen & Paper Rollenspiele? Woran erkenne ich als Teilnehmer, ob hier jemand seine Vision verwirklicht sehen will oder nur mein Geld möchte? Warum ist es entweder die Erlösung oder der Ausverkauf von Idealen? Wieso polarisiert dieses Thema ganze Rollenspielgemeinschaften? Und was macht es so attraktiv, selbst für marktführende Verlage?

Dies und noch mehr habe ich mich gefragt und dann ein wenig Recherche betrieben. Lest weiter, wenn euch meine Meinung dazu interessiert!

Crowdfunding: Der Name ist Programm

Übersetzt bedeutet es nichts anderes als Gruppenfinanzierung. Eine Menge von Personen investiert Geld in eine Idee oder ein Projekt, um dieses zu verwirklichen. Dabei ist der Unterschied zur Investorensuche letztlich, dass hier eine breite Masse angesprochen wird. Jeder, der Geld hat, kann mitmachen. So zumindest der Grundgedanke. Ein kreativer Kopf hat eine tolle Idee? Nun, mit einem Crowdfunding kann man sie vielleicht umsetzen. Alles was gelingen muss, ist genug Leute von der Idee zu begeistern.

Der Mechanismus ist folglich nichts anderes als eine Mischung aus Spende und Vorbestellung. Je nachdem, was das Ziel des Crowdfundings ist, gleicht es mehr dem einen oder dem anderen Extrem. Im Bereich der Rollenspiele, der in den letzten Jahren gerade auf dem deutschen Markt eine erhöhte Anzahl von Crowdfundings hervorgebracht hat, handelt es sich meistens um letzteres.

Das 1×1 des Crowdfundings

Bevor wir uns allerdings den Tiefen dieser Thematik annähern können, sollten erst die Grundlagen geschaffen werden. Denn Crowdfunding, gerne auch mit CF abgekürzt, benutzt ganz eigene Begriffe, die vielleicht nicht jedem geläufig sind. Daher hier eine kurze Einführung.

Die Geldgeber eines Crowdfundings werden Backer genannt. Sie sind quasi die Ermöglicher des Werkes, denn ihr Beitrag erlaubt es, dieses zu verwirklichen. Die Spende oder Vorauszahlung, die sie leisten, nennt man Pledge. Da nicht jeder Backer gleich viel Geld in die Hand nimmt, um zu investieren, unterteilt man die Pledges in unterschiedliche Tiers. Das sind im Endeffekt Investitionslevel, und von denen gibt es meistens eine gute Handvoll. Um das Finanzierungsevent aktiv zu halten und auch den Fortschritt zu verdeutlichen fügt man dann noch Stretch Goals hinzu. Dies sind Meilensteine über das ursprüngliche Ziel hinaus, welche zusätzliche Inhalte und Erweiterungen der jeweiligen Idee ermöglichen.

Das bisschen Marketing macht sich von allein!

Es könnte alles so schön einfach sein. Eine Seite auf der Crowdfunding-Plattform der eigenen Wahl aufsetzen, ein paar Mal verlinken in die gängigen Social-Media-Gruppen und seine eigene Idee grob umreißen. Schon fließt das Geld und die Backer kommen in Scharen! Crowdfundings, gerade solche mit großem Erfolg, scheinen beinahe ein Selbstläufer zu sein. Und im besten Fall werden sie das auch. Aber der Weg dahin ist durchaus steinig und zeitintensiv.

Wie jede Finanzierung braucht auch Crowdfunding Vorarbeit und Zeit. Noch bevor der erste Backer seinen Pledge abgibt, müssen eine Vielzahl von Arbeitsschritten erledigt werden. Abseits von der grundsätzlichen Idee für ein Produkt braucht man nämlich ein engagiertes Team und im besten Fall eine Community, die bereits jetzt das Ziel unterstützt. Diese sogenannten Early Adopters sind schon deswegen wichtig, weil sie zum einen Feedback geben können, zum anderen als Multiplikatoren wirken. Wer von einer Sache überzeugt ist, der kann auch andere glaubhaft begeistern.

Außerdem muss man wissen, welches finanzielle Ziel man überhaupt erreichen will oder muss. Wer also denkt, man könnte um den Businessplan herumkommen, den man normalerweise seinen Investoren vorlegt, der irrt. Eine gute Planung der Kosten ist nicht nur für den Veranstalter wichtig, sondern auch für die Vertrauensbasis seiner Backer. Je mehr man selbst über seine Kampagne weiß, desto besser kann man dies transparent kommunizieren. Und Transparenz ist ein Schlüsselwort für erfolgreiches Crowdfunding.

Begeisterung und Sorge: Crowdfunding im Spiegel der Community

Obwohl Crowdfunding mittlerweile als Finanzierungsmöglichkeit deutlich etabliert ist, ist es in der deutschen Rollenspielcommunity keineswegs unumstritten. Während die einen begeistert sind, neue Produkte und Ideen verwirklicht zu sehen, blicken andere mit Sorge auf das mögliche Missbrauchspotenzial. Die unterschiedlichen Perspektiven treffen bei fast jedem neuen Crowdfunding aufeinander und beide Seiten haben gute Argumente für ihre Position.

Diese Verwerfungen gehen soweit, dass sie ganze Fan-Communitys aufspalten, wann immer eine neue Finanzierung bekanntgegeben wird. Aber warum muss man sich überhaupt Sorgen machen? Ist Crowdfunding nicht ein Win-Win für alle Beteiligten? Die Backer erhalten ihre Prämien, Verlage und Autoren verwirklichen ihre Ideen und die Rollenspielwelt wird reicher an Inhalten und Vielfalt. Und letztlich wird ja niemand gezwungen zu investieren. Wer also Sorge hat, kann doch einfach abwarten anstatt teilzunehmen, nicht wahr?

Ganz so einfach ist es nicht. Zunächst einmal sollte man festhalten, dass Crowdfunding ein Werkzeug der Finanzierung ist. Es gibt einige davon, diese allerdings setzen auf die Unterstützung einer breiten Masse oder einer Fanbase. Und wie jedes Werkzeug kann es ge- oder missbraucht werden. Die Frage, die man sich also stellen muss, ist bei jeder Finanzierung die gleiche: Was ist das Ziel dieses Crowdfundings?

Money, money, money… Es geht doch nur ums Geld!

Finanzierungen drehen sich immer um das Erlangen finanzieller Mittel. Kurz gesprochen es geht ums Geld. Crowdfunding ist da nicht anders. Doch gerade weil Rollenspiel ein kreatives und künstlerisch geprägtes Hobby ist, begegnet die Community – wenn sie sich überhaupt verallgemeinern lässt – diesem Thema mit gespaltenen Meinungen.
Für die einen ist klar, dass Verlage Wirtschaftsunternehmen sind, deren Ziel die Gewinnmaximierung sein soll und muss. Für andere hingegen ist Geld ein sekundärer Faktor. Rollenspielautor und kreativer Gestalter zu sein, das hat seinen Wert in sich. Einkommen spielt dabei nicht die ausschlaggebende Rolle.

Zwischen diesen beiden Extremen liegt dann eine große Bandbreite an Positionen. Fakt ist, Geld ist wichtig. Sonst würde man keine Finanzierung brauchen. Aber macht die Notwendigkeit Geld auch zum entscheidenden Faktor für ein Crowdfunding?

Idee vs. Profit: Gründe sind wichtig!

Viele erfolgreiche Crowdfundings, die sich beobachten lassen – und nicht in eine starke, bestehende Fanbase hineingreifen können – bewerben nicht ihren Profit. Sie bewerben ihre Idee. Warum braucht der Rollenspielmarkt genau dieses Produkt? Und wieso braucht man das Geld der Community, um dieses Produkt zu verwirklichen?

Hier kommen wir wieder zurück zum Thema Transparenz. Ein transparentes Crowdfunding zeigt deutlich, wozu man das Geld der Backer braucht. Es hat eine klare Botschaft und damit verbunden ein klares Ziel. Wer sich das sehr erfolgreiche Crowdfunding von Matt Colville anschaut, der kann nachvollziehen, was damit gemeint ist. Man weiß, was man bekommt. Und man weiß, warum diese Leute an ihre Idee glauben. Klar geht es um Geld. Aber Geld zur Verwirklichung eines Zwecks, nicht ein Zweck zur Verwirklichung von mehr Geld.

Die versteckten Potenziale der Gruppenfinanzierung

Wie zu Beginn gesagt, braucht Crowdfunding eine starke Gemeinschaft. Das in sich ist bereits eine große Stärke dieses Werkzeugs. Man kann gleichgesinnte Geister um sich scharen und gemeinsam an einer tollen Sache arbeiten. Man verwirklicht eine Idee, an die alle glauben. Doch diese Gruppendynamik kann sich natürlich auch ins Gegenteil verkehren. Crowdfunding erlaubt es sowohl eine Gemeinschaft zu stärken, als auch diese zu spalten. Denn weil es ums Geld geht, können z.B. exklusive hochpreisige Tiers, die besondere Prämien bieten, die niemand sonst bekommt, Personen mit weniger Geld generell ausschließen. Wer nicht genug zahlen kann, ist dann eben kein guter Fan.

Zudem ist Crowdfunding ein Event. So zumindest wird es gerne verkauft. Der Hype, der sich aus der kurzfristigen Verfügbarkeit und der „Jetzt oder nie“-Situation ergibt, kann eine Gemeinschaft motivieren, zusammen zu kommen und auch andere zu werben. Hype ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Wer begeistert in eine Idee investiert, ja vielleicht sogar andere geworben hat, dem fällt es meistens sehr viel schwerer zu dem Thema Distanz zu gewinnen. Distanz ist vor allem dann sinnvoll und wichtig, wenn es um Kritik an der Idee oder dem Produkt geht. Wer sich dem Hype nämlich nicht anschließt, ihn vielleicht sogar hinterfragt, kann schnell ausgegrenzt und angegangen werden.

Bei einem erfolgreichen Crowdfunding gibt es keine Zwischenhändler. Das Geld fließt vom Backer zum Verlag/Autor und dieser liefert sein Produkt ab. Selbst große Vertriebsunternehmen wie Amazon können hier ihre Marktmacht nicht ausspielen. Generell also ein Mehrwert, denn es entstehen keine zusätzlichen Kosten, nicht wahr? Auch das ist nur eine Seite der Medaille. Denn Rollenspiel ist ein soziales Hobby und der lokale Rollenspielhändler (im Gegensatz zu Amazon) eine gute Anlaufstation für alle Interessierten und Neulinge. Ein Crowdfunding hilft der lokalen Ladenszene gar nicht, eher im Gegenteil.

Es gibt gute Stretchgoals, schlechte Stretchgoals

Gut oder schlecht, das sind doch bürgerliche Kategorien.

ein weises Känguru

Was jemand als gut oder schlecht definiert, ist in der Tat sehr subjektiv. Während für den Vollblutkapitalisten alles was Geld bringt auch gut ist, sieht das ein linksliberaler Geist ganz anders. Ich habe eine Vorstellung davon, was ich für gute Stretch Goals halte, und diese Vorstellung will ich an dieser Stelle gerne mit euch teilen.

Ein gutes Stretch Goal betrifft immer das Produkt als solches. Wenn ich eine Spielhilfe bekomme, dann wird diese aufgewertet, wenn eine bestimmte Schwelle erreicht wird. Sie bekommt einen besseren Druck, mehr Inhalte, Lesebändchen, was auch immer. Alternativ wird sie nachhaltiger hergestellt oder regionaler, denn auch davon profitiert die Gemeinschaft der Backer. Außerdem ist das gute Stretch Goal immer attraktiv. Es ist direkt mit der Idee verbunden, für die ich mich begeistert habe.

Spiegelbildlich kann ich natürlich für mich auch schlechte Stretch Goals definieren. Darunter fällt alles, was das Kernprodukt nicht aufwertet. Zubuchbare Sonderprodukte. Alte Inhalte (oder Ladenhüter), die man als Dreingabe bekommt. Kleinkram, der nur dafür da ist, interessantere Stretch Goals nach hinten zu schieben. Oder Auskopplungen, die eigentlich Bestandteil der Hauptprämie sind, allerdings ausgelagert noch einmal mehr Zugzwang provozieren. Denn wenn ich dieses Teilprodukt möchte, muss ich als Backer im Zweifel selbst mehr Leute werben.

Genau hingeschaut: Ein Fazit

Crowdfunding kann eine tolle Sache sein. Es ist ein Werkzeug für eine Community, mit ihren eigenen Mitteln jemanden aus ihrer Mitte zu unterstützen. Es funktioniert ohne Banken und gewerbliche Investoren. Das macht es besonders. Wegzudenken ist es aus der Rollenspielbranche schon lange nicht mehr. Zugleich kann Crowdfunding eine Gemeinschaft auch spalten, Fans ausbeuten und unter Zugzwang setzen.

Was also tun? Ich denke, wir sollten informiert bleiben. Begeisterungsfähig, aber auch aufmerksam. Tolle Ideen sollen Unterstützung finden. Kreativität soll sich entfalten können. Wenn man genau hinschaut, findet man schnell Anhaltspunkte, was hinter einem Crowdfunding steht. Eine Idee, die sich verwirklichen will, oder der Wunsch nach schnellem Geld mit fadenscheinigen Methoden.

Transparenz ist der Schlüssel. Je transparenter ein Crowdfunding ist, in seiner Idee, seiner Finanzierung, seinen Zielen und Stretch Goals, umso leichter fällt es zu vertrauen und zu investieren. Letztlich entscheidet jeder selbst, ob man gerne gibt oder zumindest, wie tief man sich in die Tasche greifen lässt.

Was denkt ihr? Ist Crowdfunding die Zukunft des Rollenspiels? Ist es der Untergang der Szene? Oder ist das Thema nur ein Versuch euch zu hypen? Teilt mir eure Meinung in den Kommentaren mit!

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Micha
Gast
Micha

Crowdfundings die Nischen abdecken oder auch Self-Publishern ermöglichen ihre Ideen zu veröffentlichen, weil sie keinen Verlag haben, finde ich prima. Crowdfundings, wie sie Ulisses betreibt um so den Zwischenhändlern (und damit auch dem Rollenspielladen um die Ecke) das Geld abzugraben und sich selbst einzustecken finde ich ein Ärgernis und frech. Wenn Ulisses sowas wie WdV über ein Crowdfunding macht, okay, geschenkt. Sollen sie machen, denn hier war nicht zwingend klar, dass das ein Erfolg wird. Aber Regionalspielhilfen, die elemnentar zum Spiel dazu gehören, führen bei mir dazu, dass ich gar nichts mehr bei dem Verlag kaufe.

Mark
Gast
Mark

völlig korrekt

Martin
Gast
Martin

Ich sehe es so: Wenn du nicht Wizards of the Coast oder FFG bist dann crowdfundest du oder du bist mittelfristig tot in so einem Nischenmarkt wie es Pen & Paper RPGs sind. Selbst Paizo testet schon die Wasser. Und da gilt für den deutschen Rollenspiel Markt der eine Nische in der Nische darstellt noch viel mehr.

Beide den “größeren” (oder unter dem was man in der Rollenspiel Nische als groß versteht) Verlagen geht es vermutlich nicht nur um reine Gewinnmarge sondern mit großer Sicherheit auch um Planungssicherheit. Die Auflagen sind so klein das man wenn man sich bei einem Produkt verkalkuliert recht schnell am Rande der Existenz ist. Selbst ein Verlag wie Ulisses Spiele kann sich vermutlich nicht allzu viele Fehler hier erlauben. Wie schnell eine Insolvenz passieren kann hat man vor kurzen erst mit Uhrwerk gesehen.

Die Sicherheit die einem da ein Crowfunding geben kann dürfte hinter den Kulissen schon manchen größeren Schaden verhindert haben. Ich bin mir ziemlich sicher das Ulisses die ja in Deutschland die meisten und auch von den Summen her größten Crowdfundings machen genug Zahlenbelege hat die Ihnen gute Gründe geben warum sie auch immer mehr DSA crowdfundings machen.

Nicht jeder ist in der beneidenswerten Situation Rollenspiele quasi als Hobby zu eigentlich absurden Preisen veröffentlichen wie es Pegasus Spiele machen kann weil sie ihr Kerngeschäft mit Brettspielen machen. Für die andern Verlage geht es um knallharte Zahlen die sagen ob man Mitarbeiter entlassen muss oder ob man weitermachen kann. Auch bei Pegasus kann des vermutlich super schnell vorbei sein wenn das Hauptgeschäft mal schwächelt.

Was ich an der ganzen Diskussion eh nicht so wirklich verstehe ist das Hickhack das gelegentlich darüber entsteht warum ein Crowfunding überhaupt gemacht wird. Wenn man nicht will dann muss man nicht backen. Man in den allermeisten Fällen die Produkte auch danach völlig normal im Laden seiner Wahl kaufen. Der Sinn der Diskussion erschließt sich mir daher nicht. Was verliert den der Nichtbacker wenn es ein Crowdfunding gibt ? Vielleicht ein zwei Monate die er länger warten muss bevor er das Produkt im Laden kaufen kann. Ist es das Risiko das die Backer eingehen ? Das ist ganz die individuelle Entscheidung des jeweiligen Backers und nicht die desjenigen der Crowfundings ablehnt.

Crowfundings sind da um zu bleiben. Damit die wieder weniger werden muss sich erst die Zahl der P&P Rollenspieler hier in Deutschland vervielfachen. Und das ist ehrlich gesagt nicht so wahrscheinlich wenn nicht etwas außergewöhnliches passiert.

Raul Ehrwald
PnPnews.de

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob man sich gerade mit Crowdfundings nicht langfristig selber das Wasser abgräbt. Der Ersteller erkauft sich kurzfristigen Erfolg oder wenigstens Finanzierbarkeit von Produkten teuer. Denn ich glaube, dass die Crowdfundings (gerade wenn ein Verlag überwiegend darauf setzt) dafür sorgen, dass die Community “entnetzt” wird und die sowieso schon kleine Niesche immer mehr aus den Augen der Öffentlichkeit verschwindet. Es schadet massiv den Läden vor Ort, die zum einen (ähnlich wie Cons) die Community vernetzen und zum anderen die Niesche in der Bevölkerung präsent halten.

Wenn z. B. Ulisses Spiele zu viel über Crowdfunding am Laden vorbei macht und zudem ja scheinbar auch die Con- und Messeaktivitäten (abseits der eigenen Veranstaltungen) zurückfährt, auf lange Sicht immer weniger neue Leute dazu kommen und der Anteil an Sammlern steigt, während die Gesamtzahl der Sammler eines immer weniger präsenten Produkts langfristig immer weiter sinken. Aber das ist nur die Prophezeihung. Wie es wirklich kommen wird muss die Zeit zeigen 🙂

Noch wird ja nicht alles gecrowdfundet und noch scheinbar manches durch Läden und auf Cons verkauft.