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Dungeon Bitches – Queerness, Gewalt und Emotion

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Kürzlich haben wir einen Artikel über Queerness in Rollenspielen und speziell queere Spiele verfasst. Im neuen queeren Discord-Kanal kam darauf hin der aktuelle Kickstarter von Dungeon Bitches auf. Das brutale Spiel von einem queeren Autorenteam mit hübschen Artworks wollen wir euch natürlich ebenfalls nicht vorenthalten!

Blutiger und emotionaler Kampf gegen Diskriminierung und Monster

In Dungeon Bitches von Emily Allen geht es primär um eure Protagonistinnen. Die sind alle queer, Frauen und haben keinen Platz in der Gesellschaft. Denn Dörfer und Städte, normalerweise sichere Häfen in Rollenspielen, bieten ihnen keinen Schutz. Die Gesellschaft hat ihnen den Rücken gekehrt und sie müssen sich selbst am Leben halten. Als Zuflucht bleiben somit nur die Dungeons, Verliese und Höhlen. Zwar ist es dort auch nicht ganz sicher, aber die Regeln der Gesellschaft gelten hier nicht. Die Heldinnen, im Spiel Bitches genannt, können hier eine sichere Enklave schaffen. Gemeinsam müssen sie für ihr Überleben kämpfen, sich gegenseitig kennenlernen und Beziehungen aufbauen, die sie vielleicht vor dem Tod retten können.

Dungeon Bitches mischt hier brutale und grausame Action, sowie Diskriminierung und Unterdrückung mit emotionalen Freundschaften und gegenseitiger Unterstützung. Ein wenig flirten und Romantik darf natürlich auch nicht fehlen. Klarer Schwerpunkt ist aber der Aufbau einer kleinen Gemeinschaft, das verwobene und komplizierte Netz aus Beziehungen, romantisch und freundschaftlich, und Bewältigung von Schmerz und Trauma.

Was ist alles in Dungeon Bitches drin?

Die Regeln von Dungeon Bitches basieren auf Powered by the Apocalpyse. Jede Heldin besitzt 4 einfache Attribute und eigene spezielle Moves. Die Playbooks heißen hier Deals, angelehnt an die Phrase ,,So what’s her deal?“. Schmerz, traumatische Erlebnisse und so weiter zählen zusammen als Hurt. Zu viel davon und deine Heldin zerbricht und erleidet Narben, physisch oder psychisch. Gemeinsame Aktivitäten, Hilfe und Erlebnisse produzieren aber auch Bonds. Mit bestimmten Moves erzeugt das Spiel so ein komplexes Geflecht aus gegenseitigen Beziehungen. Bonds kann man einsetzen, um sich zu schützen und zu heilen. Die Gemeinschaft ist so die größte Stärke der ausgestoßenen Protagonistinnen.

Dungeon Bitches bietet neben den Regeln aber auch umfangreiche Informationen zur Setting-Gestaltung, Spielton, Sicherheitsmechaniken und eine Sektion für Spielleiter. Auch einige Würfeltabellen sollen am Ende für Inspiration und interessante Handlung sorgen. Wer tiefer in das System blicken möchte, kann sich das Progress Update der Autorin durchlesen. Dort gibt es auch schon einige Ausblicke auf diverse Seiten und Artworks. Diese stammen von Sara Carapace. Insgesamt scheint das Buch an MÖRK BORG zu erinnern, mit wildem, sich änderndem Layout, Brutalität und expliziteren Illustrationen.

Dungeon Bitches und Queerness

Was macht nun Dungeon Bitches zu einem queeren Spiel? Im oben verlinkten Artikel zu queeren Rollenspielen wurde eine Definition zusammengeschustert. Queere Spiele seien danach solche, die queere Erfahrungen und Erlebnisse in konkreten Spielelementen, wie Setting, Regeln oder Leitthemen verarbeiten. Dungeon Bitches schafft dies auf unterschiedliche Weise: Die Heldinnen des Spiels sind explizit queer. Sie müssen aber zum Beispiel nicht unbedingt homosexuell oder transgender sein. Asexuelle, nicht-binäre oder aromantische Bitches sind ebenfalls spielbar. Die Erfahrung, ausgeschlossen und diskriminiert zu werden, steckt bereits in der Prämisse des Spiels.

Dungeon Bitches macht außerdem das, was viele andere queere Rollenspiele auch tun: Es konzentriert sich auf Beziehungen und Gemeinschaftsbildung unter den Diskriminierten. Die müssen nicht unbedingt sexueller oder romantischer Art sein. Aber eine alternative, offenere Sub-Kultur zu entdecken oder eine kleine Gemeinschaft aufzubauen, resoniert mit vielen queeren Personen. Es bildet oft queere Lebensrealität ab. Queere Spiele, wie Dungeon Bitches, ermöglichen es allen Spielern so, diese Gefühle nachzuempfinden.

Bonus-Settings und Kaufoptionen

Auf jeden Fall sieht Dungeon Bitches nach einer originellen Mischung aus emotionaler Queerness und blutiger Action aus! Erste Stretch Goals sind bereits gefallen. Dadurch findet sich noch mehr von dem grausam-schönen, blutigen Artwork im Buch wieder. Außerdem können insgesamt drei weitere Settings von Allen, Carapace und Mxtress Khan freigeschaltet werden. Das erste ist bereits finanziert. Spieler können hier als queere Band in Kleinstadt-Horror und Mystery abtauchen.

Das Projekt läuft noch bis zum 14. Februar. Das PDF des Regelwerks kostet 10 $, für 30 $ gibt es das PDF zusammen mit einem Code für das Hardcover-Buch per DriveThruRPG. Wer die zusätzlichen Settings abstauben möchte kann das PDF-Paket für 35 $ erwerben oder für 55 $ alle PDFs und das Hardcover kriegen. Wem nur eines der Settings zusagt, kann für 20 $ die PDF-Regeln und ein Setting, für 40 $ zusätzlich noch das physische Buch kaufen.

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