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Role – neue Rollenspiel-Plattform in der Entwicklung

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Role Inc. möchte eine neue Online-Plattform erschaffen, die alles für das Spielen von Pen & Paper Rollenspielen Notwendige über den Browser zur Verfügung stellt. Den Fokus legen die Entwickler zunächst auf drei Funktionen: einen Videochat, über den gespielt werden kann („The Table“), einen Marktplatz für Kreative und eine Suchfunktion für Mitspieler. Die entsprechende Kampagne zur Finanzierung hat am 2. Juni auf Kickstarter begonnen. Der Zielbetrag beläuft sich auf 60.000 $, die bis zum 19. Juni erreicht werden müssen. Aktuell sind davon bereits ca. 24.000 $ finanziert.

Die Gründer Logan Dwight und Ian Hirschfeld sagen deutlich, dass sie die Menschen in ihrem Projekt in den Mittelpunkt rücken wollen. „Wir wollen der Ort sein, an dem jeder spielen, neue Leute treffen und seine Spiele an andere weitergeben kann“, erklärt Dwight in ihrem Blog.

Videochat und weitere Features

Role ist in einer Grundversion und in einer kostenpflichtigen Master Edition geplant. Die kostenpflichtige Version beeinflusst nach aktuellem Stand vor allem die Funktionen des Videochats. So kann dieser in der kostenlosen Version derzeit nur von jeweils vier Teilnehmern genutzt werden. Die Entwickler begründen dies mit der genutzten Videotechnologie. In der Master Edition ist die Spieleranzahl nicht mehr begrenzt.

Ob die Spielerzahl eingeschränkt ist, hängt von dem Ersteller des Chatraums und seiner Version ab. Jeder Nutzer der Grundversion soll selbst einen Raum, einen sogenannten Table, erstellen können. In der Grundversion kann jeder Nutzer jedoch nur einen einzigen Table hosten. In der Master Edition ist die Anzahl der selbst erstellten Videochaträume allerdings unbegrenzt.

Für den Videochat will das Team diverse Hilfsmittel einbauen. Nutzer sollen Informationen auch per Bildschirmübertragung weitergeben können. Zusätzlich können Nutzer Bilder hochladen, die für Mitspieler dann abrufbar sind. Allerdings ist auch hier die Größe des Speicherplatzes der Version abhängig. In der Grundversion von Role stehen hier nur 200 MB zur Verfügung, während es in der Master Edition 2 GB sind.

Auch eine Würfelfunktion ist für die Plattform von Role geplant. Modifikationen werden direkt von den Charakterbögen beeinflusst. Berechnungen sollen dann automatisch erfolgen, sodass die Spieler kritische Erfolge oder Misserfolge direkt sehen können. Die implementierten Charakterbögen sollen variabel nutzbar sein. So unterstützen sie auch eigene Systeme.

Und falls Nutzer Karten ziehen müssen, soll ihnen auch das während der Spielrunde möglich sein. Standard-Kartendecks mit 52 Karten sowie Tarotkarten stehen grundsätzlich zur Auswahl. Zusätzlich ist es auch möglich, eigene Decks hinzufügen.

Der Marktplatz von Role

Über den Marktplatz sollen Interessierte schnell passende Abenteuer finden können. Daten zur Komplexität, Spieleranzahl und voraussichtlicher Spielzeit helfen bei der Suche. Hier plant das Team von Role auch ein System für Empfehlungen, wodurch negative Bewertungen und Review Bombing vermieden werden sollen. Außerdem sind die erworbenen Spiele mit der Mitspielersuche verknüpft.  

Zusammenarbeit mit Kreativen

Role hat sich für ihr Projekt auch schon Unterstützung von einigen Herausgebern von Rollenspielen ins Boot geholt. Einige Inhalte sollen exklusiv auf dem Role-Marktplatz erhältlich sein. Allerdings verwendet Role keine digitale Rechteverwaltung oder Plattformbindung und alle Produkte, die über Role erworben werden, lassen sich herunterladen und exportieren.

Zu den Künstlern, die exklusive Produkte beisteuern, gehören von Beginn an:

  • Swordsfall, ein Afropunk-Sci-Fantasy-Rollenspiel-Universum. Die Kampagne The Fifth Ebon Expedition erscheint auf Role.
  • Magpie Games, die beispielsweise Zombie World oder Pasión de las Pasiones herausgebracht haben und das Rollenspiel zu Root umsetzen. Für ihr beliebtes Superhelden-Rollenspiel MASKS: A New Generation erscheint auf Role ein neues Spielset namens MASKS: Cataclysm at the Metajunction.
  • Massif Press, die Entwickler des Mech-Rollenspiels Lancer RPG. Die Standalone-Erweiterung Lancer: Battlegroup wird über Role erhältlich sein.
  • die Entwicklerin Jamila Nedjadi von Sword Queen Games, die Spiele wie Shitty Adventurers oder Once More Into The Void geschrieben hat. Ihr Rollenspiel Voidwalkers kann im Marktplatz von Role erworben werden. In diesem Science-Fiction-Spiel kommt auch ein spezielles Deck aus Tarotkarten zum Einsatz.
  • der schwedische Autor Skullfungus, der Down and Out in Dredgeburg und The Mutants of Ixx entwickelt hat. Er steuert Isle of Ixx, ein Sandbox-Abenteuer im OSR-Stil, zu Role bei.
  • der Game Designer Steven Medeiros (AnvilandPen). Er bietet auf Role sein Rollenspiel Astra an, das die Zusammenarbeit der Spieler fordert.

Spieler stehen im Mittelpunkt

Ein wichtiger Unterschied zu anderen Plattformen für Online-Rollenspiel ist der Fokus auf die Spielenden selbst. Die meisten Plattformen konzentrieren sich vor allem auf den virtuellen Spieltisch (VTT), wo auf Battlemaps taktische Kämpfe ausgetragen werden und manchmal animierte Würfel durch die Gegend kullern.

Role stellt hingegen die Spieler in den Mittelpunkt, die Teilnehmer an einem Videochat und deren Interaktion mit dem Spiel. Funktionen, bei denen man vor allem eine Kartenansicht sieht und darauf Tokens verschiebt, stehen nicht im Vordergrund. Das sogenannte Assets Tray ermöglicht es allerdings in eingeschränktem Umfang, Inhalte wie Bilder und Karten mit anderen zu teilen.

Role begann mit einer Mobile-App

Ein solcher Schwerpunkt verwundert nicht, wenn man einen Blick auf die Ursprünge von Role wirft. Bereits vor fünf Jahren machte das Team hinter Role sein erstes Projekt, die iOS-App Role, für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach eigenen Aussagen nutzen diese inzwischen über 100.000 Spieler. Mitte April 2020 strukturierte das Team diese App um. Seitdem sind die ehemals kostenpflichtigen Funktionen von Role Plus in der kostenlosen iOS-App Role Classic inklusive.

Rollenspiel über mobile Geräte wie Smartphones und Tablets muss mit dem verfügbaren Bildschirmplatz eben anders umgehen, als klassische Desktop-Anwendungen. Vor dem Hintergrund des Videostreamings über Twitch, YouTube usw. ist das auf jeden Fall ein plausibles Konzept.

Die Entwickler haben sich jedenfalls viel vorgenommen mit ihrem Versuch, auf den immer dichter bevölkerten Markt von Online-Rollenspiel-Plattformen vorzudringen. Was meint ihr, reichen die konzeptionellen Unterschiede, um einen Platz neben anderen Neulingen wie Astral VTT oder Foundry VTT zu finden? Kann es sich vielleicht auch mit alteingesessenen Plattformen wie Fantasy Grounds oder Roll20 messen? Lasst uns gerne einen Kommentar da!

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Oli

Das schaut richtig gut aus. Fokus auf Spielende, nicht Tische ist ein sehr guter Ansatz. Ich bin gespannt.

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