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Electric Bastionland – Goldrausch der Schuldner

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Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie es wäre mit einem gewaltigen Schuldenberg vor einer gescheiterten Karriere zu stehen? Wenn du diese Frage mit Ja beantwortet hast, dann dürfte Electric Bastionland etwas für dich sein. Aber auch wenn nicht, lohnt es sich, einen näheren Blick auf ein ungewöhnliches Rollenspiel zu werfen.

Bevor hier jemand auf falsche Ideen kommt, es handelt sich keineswegs um einen amerikanischen Collegesimulator. Vielmehr spielt Electric Bastionland in einer fiktiven Welt, die sich selbst nicht so ernst nimmt wie manch anderes Rollenspiel. Mit viel Humor zeichnet Chris McDowall ein liebevoll gestaltetes Setting, welches nun per Crowdfunding finanziert werden soll.

Eine Schatzkarte in der Hand – die Welt von Electric Bastionland

Die Welt, in der Electric Bastionland gespielt wird, ist sehr stark vom Spielleiter abhängig. Dies mag sich jedoch mit dem fertigen Regelwerk noch ändern und um weitere Beschreibungen ergänzt werden. Die Previewversion spricht jedoch davon, dass sich der Spielleiter von Städten inspirieren lassen soll, die er kennt. Das lässt die Vermutung zu, dass es auch mit der Vollversion keine ausgearbeitete Stadtbeschreibung geben wird. Wie genau die Stadt aussieht, ist jedoch auch nicht allzu relevant, viel wichtiger sind die Charaktere, und die haben es in sich. Hoch verschuldet, in ihrer Karriere gescheitert und nun auf der Suche nach Schätzen, um endlich wieder Fuß zu fassen. Klingt wie ein Traum? Wohl eher ein Albtraum! Vor allem, weil mit jedem toten Gefährten noch zusätzliche Schulden hinzukommen – eine Beerdigung will immerhin auch irgendwie bezahlt werden.

Zentrum eines jeden Charakters ist seine Karriere, und warum er gescheitert ist. Das ist doch ein hervorragender Startpunkt, oder? In jedem Fall ungewöhnlich. Die sechs in der Preview vorgestellten Karrieren lassen auf jeden Fall darauf schließen, dass vor allem die Erstellung der Schatzjäger für so manchen Lacher sorgen wird. Humor ist dabei ein Thema, das in Electric Bastionland großgeschrieben wird. Schon die Vorstellung der Kickstarter-Kampagne schlägt den ironischen Unterton an, der auch in der Preview fortgesetzt und sich hoffentlich auch im fertigen Regelwerk finden wird.

Die Gruppe im Fokus – Das Spielsystem von Electric Bastionland

Die Charaktere

Electric Bastionland legt einen großen Schwerpunkt auf die Gruppe als Bestandteil der Regeln. Selbstverständlich kommt dabei auch der einzelne Charakter nicht zu kurz. Jeder Charakter erhält seine eigene gescheiterte Karriere, eigene Ausrüstung und alles, was man eben so braucht, um seinen Schuldenberg wieder loszuwerden. Darüber hinaus wird jedoch so manche Ressource zentral verwaltet. Dachtest du, deine Finanzen gehören dir? Im Gegenteil, der komplette Schuldenberg gehört der Gruppe. Die Erstellung hat zwei gleiche Schicksale innerhalb der Gruppe ergeben? Würfel solange erneut, bis ihr alle auf unterschiedliche Arten leidet! Mit etwas Pech – ich meine natürlich Glück – wirst du damit sogar selber zu einer Gruppe.

Auch sonst weicht das Spielsystem stark von den bekannten Klassikern wie zum Beispiel D&D, Shadowrun oder DSA ab. Basierend auf dem ersten Rollenspiel McDowalls, Into the Odd, verwendet Electric Bastionland ein bereits bekanntes System und erweitert es noch. Damit ist jedoch keineswegs gesagt, dass es sich um ein kompliziertes Rollenspiel handelt. Gerade einmal drei bei der Charaktererstellung ausgewürfelte Werte werden benötigt, auf die mit einem W20 gewürfelt werden kann. Darüber hinaus gibt es noch eine Auswahl an Gegenständen und natürlich die klassenspezifischen Merkmale. Auch für Rollenspielanfänger ist das System damit einfach und schnell zu erlernen.

Die Rolle des Spielleiters in Electric Bastionland

Als erfahrener Spielleiter wird man sich dagegen vermutlich etwas umstellen müssen, wenn man das erste Mal Electric Bastionland leitet. Eine deutliche Aufforderung an den Spielleiter ist, offen zu würfeln. Meiner Erfahrung nach bevorzugen die meisten Spielleiter verdecktes Würfeln, um im Zweifelsfall auch mal das Schicksal zu beeinflussen. Auch die weiteren Tipps für Spielleiter, oder Referees, wie sie in Bastionland genannt werden, decken sich nicht unbedingt mit meinen Erfahrungen. Dass all dies jedoch selbstverständlich erst einmal nur als Anregung zu verstehen ist, muss an dieser Stelle wohl kaum erwähnt werden. Oder befolgt tatsächlich jemand seine Regelwerke wortgetreu?

Und das Fantastische

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle natürlich, dass auch Magie in der Welt von Electric Bastionland eine Rolle spielt. In der frei verfügbaren Preview ist davon jedoch noch nicht allzu viel zu sehen. Somit lässt sich hier auf die systemische Umsetzung noch kein wirklicher Rückschluss ziehen.

Neugierig geworden?

Wenn dich das Setting anspricht und du Lust auf eine humoristisch ausgestaltete Dystopie hast, dann solltest du unbedingt einen Blick auf das Kickstarter–Projekt von Electric Bastionland werfen. Eine kostenlose Previewversion stellt der Autor auch bereits zur Verfügung, sodass ihr euch einen genaueren Überblick über Welt und Regeln verschaffen könnt.

Das PDF von Electric Bastionland erhaltet ihr für 15 £ (ca. 18 €). Dabei sollte jedoch noch einmal hervorgehoben werden, dass auch eine Version für 10 £ (ca. 12 €) existiert, falls man eher knapp bei Kasse ist (eure eigene Entscheidung). Das Hardcover gibt es für 40 £ (ca. 47 €).

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