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Starke Resonanz zur Insolvenz des Uhrwerk Verlags

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Lesezeit: 3 Minuten

Die Resonanz auf die Insolvenz des Uhrwerk Verlags ist ebenso groß, wie die Meldung gestern unerwartet kam. Dabei überwiegen Schock und Anteilnahme, aber auch Optimismus, dem Verlag noch helfen zu können. Wo ihr die wichtigsten Reaktionen findet, könnt ihr unten nachlesen. Außerdem gehen wir nochmal kurz darauf ein, was Insolvenz zunächst bedeutet und wie ihr dem Uhrwerk Verlag am besten helfen könnt.

Viel Mitgefühl in Foren und sozialen Medien

Die Meldung zur Insolvenz des Uhrwerk Verlags machte schnell die Runde. Nach unserem Bericht zogen kurz darauf die Teilzeithelden sowie Epic Adventures nach. In den gängigen Foren wie dem Tanelorn und dem DSAforum waren manche User sogar noch schneller. Nicht zuletzt machte die Nachricht natürlich auch bei Facebook direkt die Runde. So meldete sich beispielsweise Geschäftsführer Patric Götz selber mit einem kurzen Statement zu Wort oder Anton Weste startete ein Event zur Unterstützung des Uhrwerk Verlags.

Bemerkenswert auch der Zuspruch via Twitter vom vermeintlichen Konkurrenten System Matters, die nämlich von Konkurrenzdenken in unserer kleinen Szene gar nicht viel halten. Heute meldete sich auch Christian Löwenthal, Geschäftsführer von Prometheus Games, mit einer ähnlichen Botschaft zu Wort.

Wie FateRPG.de berichtet, hat der 3W6 Podcast ein kleines Gewinnspiel zu Fate ausgeschrieben, das im Endeffekt auch Uhrwerk unterstützt. Darüber hinaus hat mit Michael Masberg ein unmittelbar betroffener Autor einen emotionalen Blogbeitrag veröffentlicht.

„Das ist totale Scheiße!“ (Rollenspiel-Almanach), „Gibt es denn keinen obszön reichen Rollenspiel-Fan, der als Weißer Ritter einspringen könnte?“ (Franz Janson) oder „Es ist wirklich traurig, einer der tollsten Verlage geht!“ (Wuerfelknecht). So klingen einige Auszüge von bestürzten, und auch hoffnungsvollen Fans. Wie beliebt der Uhrwerk Verlag in der Szene zu sein scheint, hat sich neben überwältigendem Zuspruch und Mitgefühl auch durch den zügig aufkommenden Willen zur Hilfe gezeigt.

Wie geht’s weiter, wie kann ich helfen?

Das Insolvenzverfahren

Nicht zuletzt der Uhrwerk Verlag selber hat in seiner Ankündigung auf die Möglichkeit zur Hilfe hingewiesen. Was können wir also erwarten und was können wir tun?

Zunächst einmal sei gesagt, dass Insolvenz nicht gleichbedeutend mit dem Ende des Verlags und seiner Systeme ist. In aller Regel wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt. In seltenen Fällen gibt es auch die Möglichkeit, das Insolvenzverfahren eigenständig durchzuführen, wobei eine vom Gericht veranlasste Überwachung erfolgt. Im üblichen Fall verschafft sich der Insolvenzverwalter einen Überblick über die gesamte zu verwaltende Masse und versucht anschließend, möglichst viele Gläubiger auszuzahlen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, einen Insolvenzplan so aufzustellen, dass die Firma nach dem Verfahren weiter bestehen kann. Dies geschieht selbstverständlich unter dem Vorbehalt, dass die Finanzen und die Substanz das hergeben.

Nach jetzigem Stand scheint der Uhrwerk Verlag irgendwo zwischen den Extremen zu stehen. Sprich: Sie müssen weder alles einstampfen (siehe Aussage zum weiter bestehenden Splittermond) noch können sie versprechen, dass alles wieder zum Alten kommt. Schließlich soll es in Zukunft beide Verlage (Uhrwerk Verlag sowie Feder & Schwert) nicht mehr in dieser Form geben.

Unsere Unterstützung

Sollten wir nun durch unsere Hilfe möglichst viele Gewinne generieren, bedeutet das also erst einmal nur, dass mehr Verbindlichkeiten bedient werden können. Seien es Produkte, die geliefert oder Kosten, die getilgt werden müssen. So in etwa schreibt es auch der Uhrwerk Verlag selbst. Wie die neuen Gewinne eingesetzt werden und ob sie gar so hoch sind, dass der Verlag zu retten ist, kann derzeit keiner beurteilen. Der Insolvenzverwalter entscheidet, wie damit zu verfahren ist und welche Verbindlichkeiten priorisiert werden.

Eure Unterstützung hilft dem Verlag also weiter. Was wir zum derzeitigen Zeitpunkt jedoch nicht erwarten dürfen ist, dass insbesondere Vorbestellungen und alle Crowdfundings vollumfänglich geliefert werden können. Da wir die Zahlen nicht kennen, ist es zudem schwer zu beurteilen, ob der Verlag als Ganzes zu retten ist. Wo unsere Unterstützung definitiv hilft, ist bei der Realisierung möglichst vieler laufender Projekte des Uhrwerk Verlags oder von Feder & Schwert. Damit tut ihr nicht nur dem Verlag und den Fans etwas Gutes, sondern auch den Autoren, die viel Herzblut in die ausstehenden Inhalte gesteckt haben.

Ganz egal, ob ihr euch aus purer Nächstenliebe oder aus diffusem oder möglicherweise auch echtem Kaufinteresse entscheidet, zu helfen, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Damit möglichst viel des Umsatzes für Produkte beim Uhrwerk Verlag landet, müsst ihr die hauseigenen Systeme im Uhrwerk Shop kaufen. Dazu zählen u. a. Splittermond, Fate oder Mutant: Jahr Null. Idealerweise kauft ihr PDFs, da diese keinen weiteren Aufwand (Verpacken, Versand usw.) verursachen. Bei den gedruckten Werken hilft es, mehrere Bücher/Hefte zu bestellen, damit die Gewinnmargen nicht unnötig durch die Versandkosten belastet werden. Genaues hierzu hat Uli Lindner (alias Quendan von Silas) im Tanelorn-Forum gepostet.

Wer sich zudem einen kurzen Überblick über die Systeme und die Situation drum herum machen möchte, hat dazu in der Aufzeichnung des gestrigen Livestreams von Frosty Pen&Paper bei YouTube Gelegenheit.

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Tulljamadjin
PnPnews.de

Auch ich habe mir ein paar PDFs zugelegt. Gestern war die Resonanz ja wirklich beeindruckend, wie viele Ähnliches getan zu haben. Ein weiterer Beweis dafür, dass der Uhrwerk Verlag wirklich viele Fans hat. Ich hoffe das beste, dass die Diversität unter den Verlagen weiter Bestand hat. <3

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[…] News-Seiten und Podcaster zeigten sich im gleichen Maße erschüttert wie solidarisch (exemplarisch PnP News). Nicht wenige fanden kämpferische Worte. Denen möchte ich mich […]

Nottel
Mitglied
Nottel

Orkenspalter TV war blitzschnell mit der Nachricht, da hatte ich es zuerst gelesen.
Alle drücken jetzt die Daumen für die Uhrwerker.

fenia
PnPnews.de
fenia

Samstag 18 Uhr gibt es ein Interview mit Patric Götz zur Insolvenz bei Orkenspalter TV: https://www.orkenspalter-tv.de/Veranstaltung/uhrwerk-talk-mit-patric-goetz/?instance_id=5576

Oli
PnPnews.de

Laut Patric Götz steht der Termin noch nicht wirklich fest – es kann durchaus sein, dass dieses Interview nicht stattfindet. (Quelle: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,110974.msg134753933.html#msg134753933)

Oli
PnPnews.de

Mittlerweile hat Patric bestätigt, das der Stream mit ihm nicht stattfinden wird!

SteamTinkerer
Mitglied

Hallöchen,

der Podcast – SteamTinkerers Klönschnack – hat aufgrund dieses besonderen Anlasses selbstverständlich alle Regeln außer Acht gelassen und eine kurze “Sonderfolge” veröffentlicht.

https://steamtinkerer.de/2019/06/05/kloenschnack-uhrwerk-verlag-und-feder-schwert-in-der-klemme/

Liebe Grüße,
Euer SteamTinkerer

Flo
Gast
Flo

Öhm… Das ist mal arg verfälscht zitiert… Sie halten nicht viel von KonkurrenzDENKEN. Das ist so ziemlich das Gegenteil davon, nicht viel von KONKURRENZ zu halten 😉

Luke Finewalker
PnPnews.de

Ich verstehe, worauf du hinaus willst, aber riddle me this: Wie kann man “etwas von Konkurrenz halten”, aber ausdrücklich nicht von Konkurrenzdenken? Bedingt das eine nicht das andere irgendwie?

Davon unabhängig hast du aber recht, das war nicht ganz sauber zitiert. Wird umgehend korrigiert.

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[…] Gute Übersichten zum Thema gibt es bei PnPNews […]

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[…] die zur Rettung des Uhrwerk-Verlages aufrufen. Beispielhaft seien hier die Blog-Kollegen von PnPNews genannt (denen ich an dieser Stelle im Übrigen herzlich zum Deutschen Rollenspielpreis gratuliere […]