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Top 5 – Die Lieblingsspiele der Verlage: Obscurati Publishing

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In dieser neuen Artikelserie auf PnPnews haben wir die Verlage danach gefragt, welches ihre Allzeit-Lieblings Pen & Paper Rollenspiele sind. Es liegt nahe, dass die Verlage nun Spiele benennen würden, mit denen sie selbst zu tun haben. Daher haben wir dies ausgeschlossen. Die Verlage dürfen also nur Spiele für ihre Top 5 benennen, mit denen sie nichts zu tun haben.

Den Auftakt macht der noch recht neu am Markt befindliche Obscurati Verlag in Form von Inhaber Sascha Schnitzer.

5. Blades in the Dark

Den 5. Platz in seiner persönlichen Top 5 vergibt Sascha an Blades in the Dark. Das Fantasy Setting wurde vom viktorianischen London und Gothic-Fiction Settings inspiriert und spielt in der fiktiven Stadt Doskvol. 2015 wurde es im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne finanziert und von Evil Hat Productions herausgebracht. Die Rechte für die deutsche Übersetzung hat sich System Matters gesichert. Wann diese erscheinen wird, ist noch offen, man hofft aber auf kommendes Jahr.

Dieser populäre Newcomer ist der Beweis, dass freies Rollenspiel sich nicht mit mechanischer Struktur beißen muss. Die Spieler haben durch die spielerischen Möglichkeiten, sich als Gruppe zu verbessern, klare Ziele, für die sie rollenspielerische Lösungen und/oder Kompromisse finden müssen. Die spartanische doch elegante Aufmachung rundet das Komplettpaket für mich perfekt ab.

Sascha Schnitzer, Obscurati Verlag

4. Vampire: The Requiem, 2. Edition

In der zweiten Edition von Vampire: The Requiem von White Wolf, dass 2013 zunächst unter dem Titel Blood & Smoke erschien, wurden viele Elemente des Vorgängers rebalanced. Dazu gab es einige Hintergrundanpassungen, ein neues Erfahrungssystem und mehr narrative Elemente. Den heute noch gültigen Titel Vampire: The Requiem 2. Edition erhielt das Spiel erst 2014. Die deutsche Ausgabe erschien bei Feder & Schwert.

Nachdem Masquerade mich immer kalt ließ, biss sich die Neuinterpretation hingegen fest (wow, gleich zwei Vampirwortspiele in einem Satz!). Ich habe mit der ersten Edition eine meiner bis dato besten Kampagnen geleitet, und versuche mich nun mit der zweiten Edition an einer zweiten Staffel von „Kyōto by Night“. Die zweite Edition bringt eindeutige Verbesserungen mit sich, auch wenn einige der neuen „pseudonarrativen“ Elemente für mich in dem weiterhin eher traditionell geprägten System fehl am Platz wirken.

Sascha Schnitzer, Obscurati Verlag

3. Fragged Empire

Verraten von deinen Erschaffern, schlägst du dich als Nachfahre einer genetisch modellierten Spezies durch ein Universum, das sich gerade erst aus den Ruinen eines verheerenden Krieges erhebt. 2017 erschien das Spiel im englischen bei Modiphius Entertainment. Die deutsche Übersetzung erschien bei Ulisses Spiele und landet in Saschas Top 5 auf dem 3. Platz.

Obwohl mich das abstrakte Ressourcenmanagement am Anfang eher von dem Spiel abgeschreckt hat, habe ich inzwischen die vielen spielerischen Optionen schätzen gelernt. Es ist erstaunlich, was sich mit den gebotenen Baukästen so alles anstellen lässt, und das Setting bietet eine riesige Spielfläche für alle erdenklichen Science-Fiction-Abenteuer. Der simple 3W6-Mechanismus wird um faszinierende taktische Komponenten ergänzt, so dass jede Probe spannend bleibt.

Sascha Schnitzer, Obscurati Verlag

2. Shadowrun, 3. Edition

1998 veröffentlichte die FASA Corporation die 3. Edition des beliebten Cyberpunk Spiels. Die deutsche Übersetzung brachte FanPro noch im selben Jahr auf den Markt. Kritik musste diese Edition vor allem deswegen einstecken, weil sie an vielen Stellen zu kleinteilige Regelmechanismen einführte. Gleichzeitig wurden viele Regeln vereinheitlicht und gesammelt, die in der zweiten Edition optional und über viele Bücher verteilt waren.

Nach ein paar eher ernüchternden Erfahrungen als Spieler von „Deutschlands bekanntestem Rollenspiel“ fasste ich spontan die Entscheidung, selbst Spielleiter zu werden, und griff zur damals aktuellen dritten Edition von Shadowrun, dessen Name mir unter anderem durch die alten Konsolenspiele bekannt war. Die bis heute einzigartig erfolgreiche Mischung aus Cyberpunk und Fantasy wusste mich viele Jahre zu begeistern, so dass ich bis heute nostalgische Gefühle für „meine Einstiegsdroge“ hege, auch wenn sich spätere Editionen weg von meinen mechanischen Präferenzen entwickelten.

Sascha Schnitzer, Obscurati Verlag

1. Ars Magica, 5. Edition

And the winner is: Ars Magica in der 5. Edition. Das seit 1987 existierende Spiel erschien 2004 in der bisher letzten Regelauflage und landet bei Sascha Schnitzer auf dem ersten Platz seiner Top 5. Das Regelsystem wurde entschlackt und gewann einige Preise wie z.B. den ENnie Gold Award und den Origins Award. Nach einer langen Odyssee an Verlagen (White Wolf, Wizards of the Coast) kaufte Atlas Games die Rechte 1996. Bis zur 4. Edition erschien die deutsche Übersetzung bei Truant Spiele. Die 5. Edition gibt es bis heute nur auf englisch.

Selten ist sich eine Spielerschaft so einig, dass eine neue Edition die beste Inkarnation eines Spiels ist, wie dies bei der fünften Edition von Ars Magica der Fall war. Auch wenn meine langlebigste Spielrunde (12 Jahre – and counting!) noch auf Basis der vierten Edition spielt, ist die fünfte Edition mein klarer spielmechanischer Favorit. Die Freiheit des Magiesystems ist weitläufig bekannt, und obwohl einige seiner Mechanismen und Einschränkungen eingangs abstrus wirken mögen, wirken sie in der Spielpraxis doch stark settingbildend. Der historische Hintergrund ist zudem die beste Motivation, sich geschichtlich weiterzubilden – Ars Magica hat mein Leben auf mehr Ebenen bereichert als jedes andere Spiel!

Sascha Schnitzer, Obscurati Verlag

Diese Artikelserie wird unregelmäßig fortgesetzt. Euer Feedback ist natürlich auch gerne gelesen; Was haltet ihr von Saschas 5 Lieblingsrollenspielen? Wie sehen eure Top 5 aus? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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