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Neuigkeiten aus der Welt der Pen & Paper Rollenspiele

Rollenspiel in Schulen

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In den letzten Wochen haben wir einiges darüber geschrieben, wie sich Rollenspiel auf das Sozialverhalten von Menschen auswirken kann. Mit der Frage nach sozialen Aspekten und Diversität und Repräsentation am Rollenspieltisch haben wir uns auch schon befasst. Nun kommt ein ganz neuer Faktor dazu. Rollenspiel und die Nutzung an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Grundsätzlich wird Rollenspiel als klassischer Begriff schon seit jeher an Schulen genutzt, um mit Schülern zu arbeiten. Jedes Kind kommt quasi schon im Kindergartenalter damit in Berührung und lebt sich, je nach Persönlichkeit, darin aus.
Hier jedoch geht es um Pen & Paper Rollenspiele, kleinere LARP-Akte und Live-Rollenspiel.

Vorzüge des Rollenspiels

Wenn man sich die oben genannten Themen nochmal genau ansieht, so ist es eigentlich nur logisch, dass Rollenspiele ein sinnvoller und nützlicher Weg sind, um neue Fähigkeiten zu vermitteln. Verschiedenen Studien zufolge verbessern spielerische Interaktionen die sozialen Fähigkeiten von Schülern. Sie müssen im Spiel Konflikte lösen, Probleme logisch angehen, ihre Teamfähigkeit beweisen und vieles mehr.

Schüler können ein unterhaltsames, geselliges Beisammensein erleben, das reale Interaktion fordert und verbringen diese Zeit dann zumindest nicht mit Daddeln am PC oder mit dem Smartphone. Darüber hinaus können sie je nach System und Unterrichtsform mit Aspekten in Berührung kommen, die aktuelle Themen widerspiegeln und sich erstmal spielerisch damit auseinander setzen.

Gerade in dem Beitrag über Diversität wird deutlich, dass das Rollenspiel zwar in einer fiktiven Welt stattfindet, sich jedoch immer an realen Begebenheiten messen muss. Ein Spieltisch, besonders einer in Schulen oder öffentlichen Einrichtungen wie Jugendhäusern etc. ist kein rechtsfreier Raum. Inklusion, sexuelle Identität, Politik und Kultursensibilität sind nur einer kleiner Ausschnitt von dem, was beachtet werden muss. Dazu kommen die Ziele, die man den Schülern vermitteln will.

Ziele des Rollenspiels

Rollenspiele können in jeden Themenbereichen eintauchen und sind in allen Altersstufen bewährt. Gewünschte Lernziele erreicht man dadurch, dass man sich im Rollenspiel dem Lernstoff zuwendet und diesen entsprechend aufarbeitet. Freies Improvisieren im Rollenspiel fördert
die Flexibilität und Kreativität. Wissen aus verschiedenen Bereichen kommt zum Vorschein und wird erweitert.
Ja, teilweise auch mit Dingen, die wir nie wieder brauchen werden und die trotzdem Platz auf unserer biologischen Festplatte einnehmen. ; )

Auch die Sprachfähigkeit erweitert sich durch die erzwungene Kommunikation, sei es mit Spielern oder NSCs. Die Motivation und das Interesse an Unterrichtsgegenständen werden verbessert oder grundlegend anders aufgebaut. Schüler arbeiten Meinungen deutlicher herausgearbeitet und formulieren selbst Meinungssänderungen oft klarer. Zuletzt kann es Schüchternheit abbauen und selbstsicheres Verhalten fördern.

Schwächen des Rollenspiels

Wenn man diesen Text liest, kommt unweigerlich die Frage auf, warum bei all den fördernden und positiven Eigenschaften von Rollenspielen mit und für Kinder Rollenspiel nicht längst Pflichtfach ab der weiterführenden Schule ist.
Ganz einfach: Weil das Leben nun mal kein Ponyhof ist.

Nicht jeder Schüler kommt aus einer Unterrichtsstunde, die im Sinne eines Rollenspiels aufgebaut ist, und stelt seine Welt in Frage. Ob und in wiefern gesetzte Ziele erreicht und fürs spätere Leben sinnvoll genutzt werden, ist nicht nur eine individuelle Frage des Schülers, sondern auch des Lehrers. Genau wie man nicht bei jedem Lehrer Chemie, Mathe und Französisch versteht, gilt das auch für die Anwendung rollenspielerischer Elemente zur Erwachsenenbildung.

Bedingt durch ihre historische Entwicklung hat Schule das Ziel, ihre Schüler auf das Funktionieren in ihren späteren gesellschaftlichen Rollen vorzubereiten. Dabei geht es primär nicht um die Entwicklung der Persönlichkeit, sondern um Wissensvermittlung als Grundlage für das Leben. Fertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen müssen verpflichtend unterrichtet werden. Trotz diverser Bemühungen und vieler positiver Veränderungen liegt die Persönlichkeitsentwicklung in Schulen weiter im Hintergrund. Schule definiert sich über den vermittelten Stoff und die erbrachte, sichtbare Leistung der Schüler.

Rollenspiel als Schulprojekt

Dabei ist gerade die Übergangszeit von Jugendlichen während ihrer Schulzeit durch die Pubertät hin zur Adoleszenz besonders prägend. Und weil wir das wissen und von den Vorzügen des Rollenspiels überzeugt sind, hoffen wir darauf, dass Rollenspiel sich auch in Zukunft in Schulen immer weiter durchsetzt.
Daher berichten wir euch über die Nutzung von Rollenspielen im Unterricht in den verschiedenen Ländern der Welt, z.B. Deutschland, Amerika, Dänemark und Japan. Falls ihr ein Wunschland habt, um das wir uns mal bemühen sollen – lasst es uns wissen.

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Roli
Gast
Roli

Ich habe Pen&Paper in der Schule schon oft eingesetzt und habe von den Schülern ein sehr positives Feedback erhalten. Man kann das Spiel nutzen, um Streithähne zu einen, um Selbstbewusstsein aufzubauen, Kommunikation zu fördern, normatives Sozialverhalten zu erlernen und die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Vieles hängt dabei jedoch vom Spielleiter ab.

Luke Finewalker
PnPnews.de

Das klingt sehr spannend! 🙂
Möchtest du vielleicht ein bisschen ins Detail gehen? Z.B. welche Klassen, welche Inhalte, welches Spielsystem, wie groß waren die Gruppen, usw.?