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Top 5 – Die Lieblingsspiele der Verlage: Ulisses Spiele

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Nachdem wir Ende letzten Monats mit der Reihe „Die Lieblingsspiele der Verlage“ mit Obscurati Publishing anfingen, setzen wir die Reihe heute mit einem Schwergewicht der Szene fort. Wir fragten Ulisses Spiele, welche 5 Rollenspiele, mit denen sie als Verlag nichts zu tun haben, ihre Allzeitfavoriten sind. Hier sind also ihre Top 5.

5. Dread

Auf Platz 5 steht bei Ulisses Spiele das Horrorrollenspiel Dread. Dread ist vor allem als „das Spiel mit dem Wackelturm“ bekannt (auch wenn es seit Star Crossed nicht mehr das einzige mit dieser Mechanik ist). Unkomplizierte Regeln – wenn du etwas Schwieriges tun willst, zieh einen Stein; wenn der Turm fällt, bist du aus dem Spiel! – erlauben es, sich gänzlich auf die Atmosphäre des Spiels zu konzentrieren und sorgen für Spannung und eine gewisse Charaktersterblichkeit. Dread erscheint auf Deutsch im System Matters Verlag und wird regelmäßig mit neuen Abenteuern versorgt.

4. All Flesh Must Be Eaten

Den vierten Platz im Ulisses-Ranking belegt All Flesh Must Be Eaten, ein Zombie-Rollenspiel von Eden Studios. Mit seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1999 gilt das Spiel vielen als Klassiker, außerdem war es eines der ersten Rollenspiele, die sich zentral um das Popkultur-Phänomen der Zombie-Apokalypse drehten. Das regelleichte System bringt etliche Archetypen für das Spiel in einem modernen Zombiesetting mit, bietet aber auch Szenarien für unterschiedlichste Variationen. In Erweiterungen finden sich sogenannte Deadworlds für beispielsweise Western, Piraten, Fantasy, Sci-Fi, Wrestling und viele weitere Genres.

3. Call of Cthulhu

Ein weiterer Klassiker der Rollenspielgeschichte fehlt auch in den Top 5 von Ulisses Spiele nicht. Das Rollenspiel um kosmischen Horror aus den Geschichten von H. P. Lovecraft wird auf Deutsch von Pegasus Spiele vertrieben und mit neuen Abenteuern versorgt. In verschiedensten Szenarien rund um die Menschheitsgeschichte ergründen die Spieler als Investigatoren unnatürliche Vorkommnisse, die sie an den Rand des Wahnsinns bringen – und nicht selten darüber hinaus. Bei Ulisses mag man Lovecrafts kleinen grünen Liebling offenbar so sehr, dass man ihn auch nach Aventurien holen wird. In jedem Fall bietet Call of Cthulhu viele interessante Ideen für unheimliche Geschichten aller Art.

2. Shadowrun 4.01D

Wie schon bei Obscurati Publishing rangiert auch bei Ulisses Shadowrun weit vorne – allerdings mit SR 4 in einer anderen Edition. (Spoiler: auch andere Verlage favorisieren unterschiedliche Editionen des Rollenspiel-Dauerbrenners, aber dazu zu gegebener Zeit mehr!)

Shadowrun 4.01D war die erste Edition, die bei Pegasus Spiele erschien. Das .01D steht übrigens ausdrücklich für die deutsche Fassung von SR4, die im Rahmen der Übersetzung bereits erratiert und (geringfügig) ergänzt wurde. Zusätzlich zu neuen Grafiken und Layout enthielt SR4 auch deutliche Veränderungen im Regelsystem. Der variable Mindestwurf von SR3 (in den höheren Werten nur erreichbar durch die explodierenden Würfel bei einer 6) wich einem festen Mindestwurf, bei dem mehrere Erfolge noch bessere Ergebnisse herbeiführen konnten. Obwohl in diesem Jahr bereits die 6. Edition von Shadowrun erschienen ist, erfreut sich die vierte Edition anscheinend immer noch einer gewissen Beliebtheit, zumindest bei Ulisses.

1. Die Verbotenen Lande

Das liebste Pen & Paper Rollenspiel von Ulisses Spiele findet sich beim Uhrwerk Verlag. Die Verbotenen Lande wurde in diesem Jahr von Uhrwerk auf Deutsch herausgebracht. Das Retro-Fantasyspiel stammt ursprünglich aus dem Hause Fria Ligan und verwendet den Kern des Jahr-Null-Systems. Die Spieler können hier als Abenteurer eine großflächige Hexfelderkarte erkunden und auf verschiedene Abenteuerschauplätze stoßen. Dabei ist jeder seines Glückes Schmied und sie können in der düsteren und gefährlichen Welt der Verbotenen Lande ihr Schicksal frei gestalten.

Diesen Herbst wurde eine Nordlande-Erweiterung bei Fria Ligan finanziert. Auf der SPIEL 2019 berichteten uns die Autoren auch von weiteren Planungen zu dem sehr populären Spiel. Auch im Hause Ulisses Spiele erfreut man sich also der Verbotenen Lande und ist vermutlich schon ebenso gespannt auf das Erscheinen weiterer Bände auf Deutsch!

Das waren die Top 5 von Ulisses Spiele! Und ihr so?

Das sind also die Top 5 der beliebtesten Rollenspiele von Ulisses Spiele. Obscurati Publishing haben wir ja bereits befragt; weitere Teile dieser Reihe sind bereits in Arbeit.

Aber was sind eure fünf liebsten Rollenspiele? Und warum? Lasst uns gerne einen Kommentar da!

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foolcat
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foolcat

Also, wenn ihr schon so nett fragt… (Disclaimer: Ich bin alt.)

5.) Star Wars: The Roleplaying Game (D6, 1st & 2nd ed., West End Games)
In der filmlosen Zeit der frühen und mittleren 90er war SWRPG eines der besten Mittel, um das Star-Wars-Universum im Geiste lebendig zu halten. Während es Zeit seines Lebens immer exzellente Hintergrundbände (u.a. zu Filmen und Galaxie) gab, hat es mit dem Aufkommen des Expanded Universe (u.a. die Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn, etc.) dann richtig Schwung bekommen. Das Regelwerk bot dem Setting angemessene schnelle Action, sowie eine unvergessliche Haptik beim Würfeln. Es lebt bis heute in Star Wars REUP (Revised, Expanded, Updated) als Fan-Projekt fort.

Buchtipp: Defining a Galaxy, Celebrating 30 Years of Roleplaying in a Galaxy Far, Far Away, von Bill Slavicsek. Ein Plausch aus dem Nähkästchen über Rollenspielentwicklung in den späten 80ern; Nostalgie pur.

4.) Talislanta (Stephan Michael Sechi; 5(6) Ausgaben in etlichen Verlagen über viele, viele Jahre)
Ein ganz eigenes, fantastisches Fantasy-Setting, fern von genretypischen Erwartungshaltungen. Seinem Motto Still no elves! ist es immer treu geblieben. Um die—über die verschiedenen Ausgaben hinweg unterschiedlichen—Regeln habe ich mich nie geschert, sondern das Setting immer selber in Systeme konvertiert, die zur jeweiligen Zeit bei mir und den Spielern angesagt waren. Irgendwann mache ich auch mal wieder was damit. Ganz bestimmt. Und dann nehme ich Cypher System/Numenera, weil das eigentlich wie die Faust aufs Auge passt.

Von (fast) allen jemals erschienenen Talislanta-Büchern gibt es—ganz offiziell—kostenlose PDFs auf talislanta.com

3.) Warhammer Fantasy Role-Play (1st ed., Games Workshop; nachgedruckt und erweitert durch Hogshead Publishing)
Chronologisch mein zweites Rollenspiel; nostalgisch mein erstes „richtiges“. Nach ersten Ausflügen in die arg klischeehaften cookie-cutter Fantasywelten deutschsprachiger Ausprägung war WFRP eine sehr willkommene Abwechslung. Die dreckige, tödliche, und hoffnungslos durchs Chaos korrumpierte Alte Welt war und bleibt beeindruckend. Von GW leider immer wieder über die Jahre hinweg stiefmütterlich behandelt, ist es den Fans zu verdanken (z.B. in den Usenet Newsgroups oder im hervorragenden Warpstone), dass WFRP während langer Durststrecken ohne aktive Lizenz in den Köpfen und Herzen der Spieler erhalten blieb. Es hatte mit der 2nd edition von Black Industries einen absolut würdigen Nachfolger, auch wenn die Weltgeschichte leider im Großen und Ganzen an die Chaos-Undivided-Schiene der damals aktuellen Ausgabe von Warhammer Fantasy Battle angeglichen wurde.

Neu aufbereitete PDFs von etlichen Hogshead-Ausgaben sind heute wieder über Cubicle 7 Entertainment erhältlich. Ja, auch das berüchtigte Realms of Sorcery!

2.) RuneQuest (3rd edition, Avalon Hill in Lizenz von Chaosium, deutsche Ausgabe von Welt der Spiele Verlag)
RQ im Besonderen und Basic Role-Playing (BRP) im Allgemeinen sind beste Beispiele für klassen- und stufenlose, skillbasierte Prozentsysteme (D100), die auch heute relevant sind; es gibt einen regelrechten Stammbaum von Anpassungen, Ablegern und Nachfolgern (z.B. Elric!, Call of Cthulhu, Legend, Mythras, etc.). Kennt man eines, findet man sich ohne große Mühe in allen anderen schnell zurecht. RQ3 habe ich über lange Zeit sowohl mit, als auch ohne Greg Stafford‘s Welt Glorantha gespielt (mit Eigenentwicklungen, Konvertierungen, etc.). Heutzutage ist mit RuneQuest: Roleplaying in Glorantha ein mehr als würdiger Nachfolger auf dem Markt, der nicht nur durch hervorragendes Artwork dem bronzezeitlichen Setting Glorantha gerecht wird, sondern in dem auch (man höre und staune) zum erstem Mal Runen bei Charaktererschaffung und Regeln eine Rolle spielen.

1.) GURPS (3.5 & 4E, Generic Universal RolePlaying System, Steve Jackson Games)
Wenn man GURPS beherrscht, braucht man eigentlich kein anderes System mehr. Man kann es für alles nehmen, man kann beliebig viele optionale Regeln dazunehmen oder weglassen, man kann damit über alle Tech-Level, Genres, oder Settings gleichzeitig spielen; egal was, egal wie, es bleibt in sich stimmig und konsistent. Der Spruch GURPS is not a role-playing system, it‘s a simulator kommt schließlich nicht von ungefähr.

…wenn man GURPS beherrscht. Es legt dem Spielleiter sehr viel Arbeit auf (meiner Erfahrung nach überdurchschnittlich viel mehr als in anderen Systemen), sowohl in der Vorbereitung, als auch am Tisch, und wenn die Spieler in den (Kampf-)Regeln nicht mindestens genauso fit sind, dann kann es schonmal anstrengend werden, weil es nicht mehr flutscht (was es definitiv kann…). Ein Benchmark, den ich gerne für ein System nehme, ist die Zeit, die ich zur Erstellung von SCs und/oder NSCs brauche. Da liegt GURPS einsam an der Spitze, obwohl es auch für vieles Vorlagen (templates) gibt; dass es dabei eine fast unerreichte Flexibilität bietet, ist sowohl Segen, als auch Fluch.

Dabei ist GURPS exzellent als Referenz, auch für andere Systeme/Settings. Die zahlreichen Setting- und Themen-Bände (wovon es aus der 3. Edition noch sehr viele gibt) sind allesamt hervorragend geschrieben; die Tech-Bände (Low-, High-, Ultra-, Bio-, etc.) und Genre-Bände (Fantasy, Space, Horror, etc.) sollte man mal gelesen haben, wenn man sich was eigenes bauen oder konvertieren möchte, denn sie sind sehr umfassend und man kann sich eine Menge rausziehen.

GURPS ist ein hervorragend ausgestatteter und flexibler Werkzeugkasten, der sogar zum Werkzeugbau selber taugt. Ich möchte es nicht missen, aber ich möchte es nicht (mehr) unbedingt leiten.

Raul Ehrwald
PnPnews.de

Talislanta habe ich noch nie gehört, neugierig gemacht hast du mich jetzt aber 🙂

Luke Finewalker
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Star Wars D6, das waren noch Zeiten! Hab ich leider nie gespielt, mein damaliges Umfeld ist direkt von DSA zu SR umgeschwenkt, aber das Buch fand ich damals sehr inspirierend. 🙂